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CD-Review Erasure Light At The End Of The World   CD-Review ::: Erasure - Light At The End Of The World

Review Erasure - Light At The End Of The World  
Review

Erasure
Light At The End Of The World
Mute / EMI
erschienen im Mai 2007
Synthie-Pop
 
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Von Stürmen in der Tee-Tasse
Das Pop-Duo Erasure kehrt mit einem packenden Popalbum zurück

"Ich hatte so etwas wie eine Mid-Tempo-Krise - irgendwie schien es so, als wären unsere Alben immer langsamer geworden", hat Vince Clarke neulich gesagt. Nun, wenn man die aktuelle Single des Pop-Duos aus dem Album "Light At The End Of The World" (Mute) hört, weiß man: Diese Krise ist überstanden. "I Could Fall In Love With You" ist eine absolut packende Pop-Nummer, ein Ohrwurm, wie ihn eben nur Vince Clarke und Sänger Andy Bell schreiben können. Der Sound des gesamten Albums knüpft nahtlos an die erlesenen Synthetik-Klänge früherer Alben an, etwa an "Cowboy" (1997), "I Say I Say I Say" (1994) und gelegentlich auch an das legendäre Album "Chorus" (1991), einen Meilenstein der elektronischen Musik. Das gesamte Album indes kann nicht ganz die Erwartungen erfüllen, die sein Vorgänger "Nightbird" (2005) geweckt hat, zu simpel, zu belanglos klingen die Stücke von "Light At The End Of The World" bisweilen. Die Eleganz, mit der die "Nightbird"-Stücke nicht nur loyale Erasure-Enthusiasten, sondern auch etliche andere Freunde des synthetischen Pops begeistert haben, ist dieser Studioproduktion abhanden gekommen. In ihrer Naivität erinnern die neuen Songs gelegentlich an das Debüt-Album Erasures, "Wonderland" (1985). Die Stücke im einzelnen:

Sunday Girl
Vocoder-Effekte, dann ein brillanter Auftakt mit röhrendem Synthie-Sound a la Vince Clarke. Packender, treibender Beat, tolle Melodie, die sofort mitreißt. Man freut sich auf einen feinen Pop-Song. Doch dann ertönt der Refrain: "Is This The Way To Amarillo?". Ja, tatsächlich klingt der wichtigste Teil des Stückes, das zur zweiten Single auserkoren worden ist, wie jener Oldie von Tony Christie, den wohl jeder schon mal auf einer rauschenden Karnevalsparty oder bierseligen Schlagerparade mitgegrölt hat. Wer das Christie-Machwerk einmal im Ohr hat, der wird sich an "Sunday Girl" kaum richtig erfreuen können. Was für eine Schande.

I Could Fall In Love With You
Ohne Frage eine Klasse-Single und die perfekte Auftaktauskopplung. Jedoch reichen die Radio-Versionen von Jeremy Wheatley und Monteverde längst nicht an die geniale Album-Version heran, die wesentlich markanter, erdiger und Erasure-iger daherklingt. Eine packende Pop-Nummer, die nur so vor Energie und guter Laune sprüht und sich mit erlesenen Vince-Clarke-Sounds im Gehörgang festsaugt.

Sucker For Love
Billiger Techno-Pop von der übelsten Sorte, schnödes Gestampfe, schauerlicher Refrain - ein Song, den die Welt nicht braucht. "Sucker For Love" ist wohl der schnellste Song des Albums - "Hotte! Hotte! Hotte!" - zum Glück aber ist nicht mehr zu befürchten, dass die für Missgriffe bekannte Plattenfirma von Erasure dieses Highspeed-Galopp-Geblubber zur zweiten Single küren könnte. Billiger und blöder geht?s nämlich nicht. Ein überflüssiger "Song".

Storm In A Teacup
Ohne Frage die beste Ballade, die Erasure jemals geschrieben haben und mithin einer der besten Erasure-Songs aller Zeiten. Fantastischer Gesang über brodelnden Synthesizer-Sound-Landschaften, die ständig in Bewegung sind und beim Anhören über Kopfhörer ständig Neues offenbaren. Ein betörender Song, der nicht mehr aus dem Kopf gehen will, nahezu hypnotisch ist er. Bewegend aber auch der sehr persönliche Text, in dem sich Andy Bell mit seiner offenbar schwierigen Kindheit auseinandersetzt und seiner Flucht aus dem Elternhaus. Neben "I Could Fall In Love With You" eine Perle auf diesem Album.

Fly Away
Ein schöner Popsong mit Ohrwurm-Charakter und vielen herrlichen Sounds, die allerdings von etwas zu viel Bass getrübt werden. Insgesamt ein sehr simples Arrangement ? kein Song, den man erst nehmen muss. Großen Spaß macht er trotzdem, vor allem der Refrain gefällt. Lasziver, betörender Gesang.

Golden Heart
Eine Erasure-Nummer, wie sie auf dem "Cowboy"-Album hätte auftauchen können - treibend, schnell, kribbelnd mit prägnantem Refrain. Immer wieder baut sich dieser Song neu auf und setz sich so unweigerlich im Gehörgang fest. Zum Schluss gibt es Vince-Clarke-Sounds, wie sie schöner kaum sein könnten.

How My Eyes Adore You
Ui, was ist das denn? Erasure? Tiefer Groove, beinahe schon Drum'n'Bass, dazu gospelartiger Gesang - eine echte Hymne, sehr elegisch, elektrisierend, euphorisierend. Gehört - mit "I Could Fall In Love With You" und "Storm In A Teacup" - zu den Top Drei dieses Albums. Ein völlig neuer Sound für Erasure - grandios.

Darlene
Reiht sich perfekt an "How My Eyes Adore You" an - pumpende Bassbeats, sparsame Instrumentierung, ganz auf Andy Bells großartigen Gesang hin produziert. Eine für Erasure erneut sehr ungewöhnliche Mid-Tempo-Nummer mit schönem Text und eingängigem Chorus. Auch darf Andy Bell endlich mal wieder Falsett singen...

When A Lover Leaves You
Perlender Auftakt, signalartige Synthie-Sounds, die schnell in den Song leiten, eine schöne Melodie baut sich auf, eine klassische Erasure-Ballade im Stil von "I Bet You're Mad At Me", "Surreal", "I Love You" oder "Because You?re So Sweet", zartschmelzender Refrain - simpel und schön.

Glass Angel
Schwer zugänglicher, komplizierter Song mit sperrigem Sound, der erst nach mehrfachem Hören Zugang gewährt - erneut ein intimes Spiegelbild des Seelenlebens von Andy Bell. Musikalisch ist "Glass Angel" schwer einzuordnen - rauschende Sounds, treibende Beats, spärliche Instrumentierung - vom Stil her erinnert das Stück an "Treasure" vom "Cowboy"-Album, hat etwas Epochales. "Glass Angel" im Ohr zu behalten fällt ziemlich schwer.

Bonus: I Like It
"I Like It", sozusagen die B-Seite der Single, ist für Andy Bell und Vince Clarke erneut ein absolut ungewöhnlicher Song - groovend, funky, treibend, beinahe eine Drum'n'Bass-Nummer a la Stereo MC's, weniger eine Synthie-Pop-Perle. Von der Machart her hätte dieser Song auch auf Andy Bells Solo-Album "Electric Blue" gepasst. An der Qualität aber ändert das nichts: Ein Stück, das einfach Spaß macht und eine andere Seite des britischen Duos offenbart.
 
Jens Höhner
> Alle Beiträge von Jens Höhner
 
Weitere CDs von Erasure:
> Union Street
> Nightbird
> Other People's Songs
> Loveboat


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