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CD-Review Erasure Union Street   CD-Review ::: Erasure - Union Street

Review Erasure - Union Street  
Review

Erasure
Union Street
Mute / EMI
erschienen im März 2006
Pop
 
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Lange hatten sich Andy Bell und Vince Clarke, besser bekannt unter ihrem Markenzeichen Erasure, mit dem Gedanken getragen, Stücke von älteren Alben und damit Songs, die nach ihrer Meinung nicht die Aufmerksamkeit bekommen hatten, die sie verdienten, neu aufzunehmen. Aber eben nicht im gewohnten Synthetik-Sound-Kostüm, sondern als Akustik-Nummern - oder wie Sänger Andy Bell es ausdrückt "als Country- und Westernsongs". So arg ist es dann aber doch nicht gekommen. "Union Street" ist ein elegantes Akustik-Werk, auf dem sich mit "Stay With Me" und "Rock Me Gently" dann immerhin doch zwei frühere Single-Auskopplungen (beide aus dem "Erasure"-Album von 1995) befinden. Alle anderen Stücke sind den Langspielern vor "Nightbird" (2005) entnommen, mit "Tenderest Moments" hat es gar eine B-Seite zur Neuaufnahme gebracht. Allerdings gibt es nicht nur Licht, sondern auch wenige Schatten, insbesondere technischer Natur, auf dieser Platte. Eingespielt wurde das Album im New Yorker Studio "Union Street", und zwar im Winter 2004. Bei den Arbeiten dort entdeckten Sound-Ingenieur Vince Clarke und Sänger Andy Bell erneut die Lust am Komponieren, sodass der Erasure-Langspieler "Nightbird" dieses ältere Akustik-Werk letztendlich überholte. Jetzt aber ist es endlich soweit: "Union Street" erscheint und wird prompt von einer Tournee begleitet.

Die neuen, alten Songs im Einzelnen:

Boy
Auftakt mit Slide-Gitarren-Intro, dann fließende, unglaublich rhythmische Gitarren-Ballade. Im Vergleich zum Original hat die Akustik-Version unglaublich an Tiefgang gewonnen. Die immer wieder auftauchenden Slide-Gitarren-Phrasen machen das Stück zu einem entspannten Hörgenuss, der - wie bei vielen "Union Street"-Stücken - von der großartigen Harmonie zwischen Gesang und Musik lebt.

Piano Song
Steelgitarren erklingen zum Auftakt dieses Songs, der Gänsehaut verspricht. Klingt das Original bisweilen etwas schräg und sogar arhythmisch, so überzeugt der Song nun als homogene, harmonische Einheit. Die spärliche Instrumentierung eben mit Steelgitarre und Akustikgitarre betont Andy Bells fantastischen Gesang.

Stay With Me
Percussion, Tablas, Mandoline, Rhythmusgitarre - samtweich und fließend, so klingt diese Ballade daher, in die sich eine zarte Flöte mischt. Die neue Akustik-Version erscheint schneller als das Original. Der Song gewinnt dadurch. Sicherlich eine der schönsten Nummern auf "Union Street". Zum Ausklang gibt?s noch mehr Flöte ... und Chorgesang. Herrlich!

Spiralling
Früher vielleicht einer der skurrilsten Erasure-Songs, heute eine kraftvolle Ballade. Starker Gesang, spartanische Gitarre zu Beginn. Der Song steigert sich in der zweiten Hälfte von Takt zu Takt, mit immer mehr Gitarre. Keine weiteren Instrumente - die Gitarre reicht völlig. Ein Ohrenschmaus.

Home
An diesem Song wird deutlich, warum Andy Bell und Vince Clarke auch von einem "Country and Western"-Album sprechen: Viel Steelgitarre, umspielt von einer Rhythmusgitarre, dazu Bass - satter Klang, der an wunderbare Winterlandschaften, vielleicht im Wilden Westen, erinnert. Diese Version steht dem fantastischen Original in nichts nach. Der früher süßliche Background-Gesang ist durch normale Background-Vocals ersetzt worden. Ein Höhepunkt!

Tenderest Moments
Mit "Home" einer der beiden herausragenden Songs auf "Union Street". Wirkte dieses Stück als B-Seite von "Run To The Sun" noch total unausgegoren und irgendwie halbfertig, so ist daraus in dieser Akustik-Version endlich ein richtiger, ein fertiger Song geworden. Der Falsett-Gesang ist weg, dafür gibt Andy Bell richtig Gas. Auftakt mit schlichter Akustikgitarre, unterlegt von der Slidegitarre. Gänsehaut! Anders als im Original offenbart dieses Arrangement einen ungeahnten Tiefgang. Betörend ...

Alien
Absoluter Tiefpunkt! In dieser Version hätte "Alien" niemals auf's Album gelangen dürfen. Andy Bell ist heiser - der Gesang verkommt im Laufe des Songs zum Krächzen. Wie kann man so etwas auf den fertigen Langspieler nehmen? Es ist wohl jene Bronchitis, die auch die späteren "Nightbird"-Aufnahmen begleitet und erschwert hat und bereits mit dem Song "Our Love Is Real" auf einem Tonträger verewigt worden ist. Dabei ist diese neue Version im Arrangement durchaus gelungen - man könnte beinahe Zirtaki dazu tanzen: Plinkernde Mandoline zu Beginn, umspielt von der Akustikgitarre. Dazwischen eine klitzekleine Triangel ... Mehr und mehr gerät die Mandoline zum Melodie führenden Instrument. Ab Minute 1,56 aber ist die Heiserkeit nicht mehr zu überhören und der Song geht in die Grütze. Der instrumentale Mittelteil wird übrigens von einer Flöte gestaltet.

Blues Away
Schon das Original gehört nicht zu den besten Erasure-Songs. Auch die Akustik-Version rettet nichts. Der Falsett-Gesang ist zwar nicht mehr so hoch, dafür wirkt das Arrangement umso hektischer. Gespielt wird "Blues Away" von der Rhythmus- und der Steelgitarre. Das Arrangement ist das selbe wie im Original. Da Andy Bell im Falsett nicht mehr frühere Höhen erreicht, wirkt der Song nicht mehr (zum Glück eigentlich, denn das Original ist nervtötend). Neben "Alien" der zweite Flop auf dem Album.

How Many Times
Wann hat Andy Bell jemals so tief gesungen? Heute sagt er selbst von sich: "I'm a real man now". Und richtig: Ein Waschlappen hätte diesen Song, allein von der Akustikgitarre begleitet, nicht singen können. Ausdrucksstark und perfekt arrangiert, sehr langsam und perfekt auf den Gesang zugeschnitten. Dazu gibt's weiblichen Background-Gesang von Jill Walsh. Erneute Gänsehaut-Garantie. Fantastisch!

Love Affair
Kontrabass zum Auftakt! Das verleiht dem Stück gleich eine neue Tiefe, die von einem Streichensemble weitergetragen wird. Irgendwie wirkt das Arrangement aber zu schnell und dadurch unruhig. Mehr Langsamkeit hätte der Ballade gut getan. Im Vergleich zum Original fehlt leider die Betonung des Chorus'. Insgesamt klingt dieses Stück irgendwie unentscheiden, halbfertig ... Verschenkt! Ebenso scheint der Gesang daneben, weil erneut die Heiserkeit zu spüren ist und Andy Bell sich vergebens bemüht, im Falsett frühere Höhen zu treffen. Auch der Ausklang ist zudem schlecht produziert - so als wollte man schnell fertig werden mit dieser Nummer.

Rock Me Gently
Versöhnliches zum Ausklang von "Union Street". A-cappella-Intro, dann ein wenig Gitarre und viel Background-Gesang, der von der Akustikgitarre abgelöst wird. Der Chorgesang des Originals wurde 1:1 übernommen (etwas fantasielos). Aber darin liegt auch die Stärke des Stücks, die in der Akustik-Version fortlebt, ja sogar betont wird. Zum Ausklang gibt's Steelgitarre ...

Bonus: Cry So Easy
Dass dieses Stück auch in einer Akustik-Version wirkt, ist nicht unbedingt zu erahnen. Eine rauschende Gitarren-Nummer, die diesen ältesten Erasure-Song auf "Union Street" in völlig neuem Licht präsentiert. Eine rundherum gelungene Neu-Interpretation. Klasse!
 
Jens Höhner
> Alle Beiträge von Jens Höhner
 
Weitere CDs von Erasure:
> Light At The End Of The World
> Nightbird
> Other People's Songs
> Loveboat


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