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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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| Berlin |
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  37.9% |
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| eine andere |
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  20.7% |
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| Hamburg |
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  17.2% |
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| Köln |
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  17.2% |
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  6.9% |
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CD-Review ::: Element Of Crime - Romantik |
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Mit der Zeile "Keine Bekannten / keine Verwandten / sind so treu wie ich / auch Freunde nicht" fing 1989 alles an. Damals sang Sven Regener in "Der Mann vom Gericht" auf Element Of Crime's viertem Album "The Ballad Of Jimmy And Johnny" zum ersten mal auf Deutsch. Zuvor hatte immerhin Lou Reed's alter Sparringpartner John Cale das zweite Album "Try To Be Mensch" produziert. Der große Erfolg jedoch kam erst 1991 mit der durchgehend deutschsprachigen Premiere "Damals Hinterm Mond", die bereits Regeners schrägen Alltagsschilderungen und ironiefreien Liebesbetrachtungen, sowie den einmaligen Instrumentenpotpourri aus klassischer Bandbesetzung, Streichern, Bläsern, Orgel und Akkordeon, enthielt. Auch "Romantik", die nunmehr sechste deutsche Liedersammlung, bedient sich wieder reichlich im eigenen Fundus und beschenkt den geneigten Hörer mit zehn grandiose Grazien an Berliner Großstadtchansons bar jedweder teutonischer Schlager-Ungeheuerlichkeiten. Erneut beglücken und schmerzen zugleich bilderreiche Strophen wie "Bei mir geht überhaupt nichts mehr / weil sich alles um dich dreht / seit der Himmel jeden Morgen / deine Augenfarbe trägt" ("Seit der Himmel") oder "Immer wieder geht ein Regen nieder / und am Himmel hängt ein halber Mond" ("Es Regnet"). Und wenn in "Alle vier Minuten" der liebeskranke, Bier trinkende Pedant sich echauffiert, dass "die Bezeichnung Hochbahn auch ganz schlecht ist, wenn man erstmal klärt, dass dieser Zug kurz vor Schöneberg in den Abgrund fährt", denn "ohne Klarheit in der Sprache ist der Mensch nur ein Gartenzwerg", wollen einem beinahe Tränen des Glücks in die Augen kommen ob solch köstlichen Verrenkungen. Verglichen mit den beiden etwas gitarrenorientierteren Vorgängern "Die Schönen Rosen" und "Psycho" wirken die zehn neuen Songs gar noch zarter und zurückhaltender. Vereinzelt eingestreute Slide-Gitarren und Mundharmonika erweisen dem akustischen Folk und der Country Music Reminiszenz. Zudem haben es Regener, Ilja, Hartje, und Pappik in der Vertonung von Stimmungen mittlerweile zur Perfektion gebracht: "Bring den Vorschlaghammer mit / wenn Du heute Abend kommst / dann hauen wir alles kurz und klein. / Der ganze alte Schrott muss raus / und neuer Schrott muss rein" erfahren wir dann und wippen zur Vaudeville-Melodie, während das klimpernde Klavier und das scheppernde Schlagzeug schon mal mit dem Zertrümmern beginnen. In "Fallende Blätter", einer lakonischen Ode an den Herbst, fordern die Streicher des Filmorchester Babelsberg zum Tanz auf: "Fallende Blätter spielen im Wind / wirbeln herum und fallen irgendwo hin". Dann rätselt man, ob der abgedroschene Vergleich noch trifft oder man den Spieß eher umdrehen sollte: Sind Element of Crime nun die Tindersticks aus Berlin oder die Tindersticks die Element Of Crimes aus Nottingham? "Romantik" hält, was der Name verspricht und ist doch noch so viel mehr: Ein Reigen feiner Minidramen, in denen kaum dramatisches passiert, ein Poesiealbum für Männer und Frauen, eine Herbstplatte für alle vier Jahrezeiten und ein Nachtalbum, das man 24 Stunden am Tag hören kann.
Christof Herrmann
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