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CD-Review Die Falschen Freunde Alles Ist Pop   CD-Review ::: Die Falschen Freunde - Alles Ist Pop

Review Die Falschen Freunde - Alles Ist Pop  
Review

Die Falschen Freunde
Alles Ist Pop
Supermusic / Alive (Vertrieb)
erschienen im September 2004
Indie-Pop
 
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Bandpage

"Alles Ist Pop". Wow, prima, danke für diese tolle Feststellung! Herrlich nichtssagend, aber klingt super intelligent und durchdacht. Der Titelsong passt perfekt dazu: Höchst nerviger, dem Trend nachlaufender 80’s-Pop mit bemüht hippem Text. Nee Jungs, so nicht! Dazu noch die Info, dass die Münchener freiwillig nach Österreich umgezogen sind – für mich als Bayern ja geradezu Landesverrat – und die Falschen Freunde waren bei mir quasi unten durch.

Um so erfreulicher ist es zu vermelden, dass sie auf dem Rest ihres zweiten Albums die genannten Untugenden des Openers vermeiden. Sänger Fred Schreiber bewegt sich fortan meist in der Nähe des schmalen Grats zwischen wirklich poetischer Schönheit und banaler Belanglosigkeit, wobei schließlich nur ein paar Texte, wie etwa der zum auch musikalisch recht müden "So Viel Zeit", zur zweiten Gruppe gehören. In Songs wie dem wirklich gelungenen "Nichts Zu Sagen" oder der Liebeserklärung an die Wahlheimat "Wien" erzählt er dagegen mit sehr schönen Bildern seine kleinen Geschichten. Die dazu verwendete Musik ist natürlich Pop, der sich zwar viel mehr in Richtung Indie oder teilweise auch Rock bewegt als zunächst befürchtet, aber dennoch fast durchgehend nett, ja harmlos bleibt. Gepaart mit den nachdenklichen Texten kommt mir unweigerlich der fürchterliche Ausdruck "Studentenmusik" in den Sinn, wie er manchmal abfällig gebraucht wird.

Den Falschen Freunden fehlt irgendwie (noch) der besondere Charme, ihrem Sound oft der Pep, weshalb die Platte fraglos langweilige Passagen hat. Dafür stehen neben den Texten einige weitere wirklich gute Songs wie "Fernsehredakteur" oder v.a. "Ganz Anders" auf der Habenseite, die die Qualität des Albums ebenso wie das Bild, das die Band bei mir hinterlässt, nachhaltig verbessern. Netter, intelligenter Pop, nicht mehr, nicht weniger. Und den Titel(track) vergesse ich jetzt mal großzügig.
 
Alexander Karl
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