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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Die Ärzte - Devil |
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Da ist es wieder, das Album, das jahrelang nur für die Älteren von uns gegen Vorlage des Personalausweises erhältlich war. Songs wie "Claudia Hat 'nen Schäferhund" oder "Schlaflied" hatten angeblich damals eine gefährdende Wirkung auf junge Menschen, die natürlich keinerlei Ahnung von Krieg, Terror oder Geschlechtsverkehr hatten und nicht negativ im Heranwachsen beeinflusst werden sollten. Die Jugend wurde geschützt, "Debil" indiziert. Jetzt endlich steht das erste Werk von Die Ärzte wieder unter dem Titel "Devil" im Laden und Die Ärzte wären nicht Die Ärzte, wenn sie die Gelegenheit nicht genutzt hätten, eine richtig runde Sache aus der Wiederveröffentlichung zu machen. Eingehüllt in einen Doppel-CD Pappkarton, versehen mit einem fetten Booklet mit ausführlichen und amüsanten Linernotes von Ex-Visions-Chef Ingo Neumayer, und ausgestattet mit opulentem Bonus-Material, ist "Devil" sogar für die Fans zu empfehlen, die bereits das Vinyl oder die Original-CD im Schrank haben. Der Sound dagegen ist Geschmackssache. Das Berliner Trio ist auf seinem ersten Album noch klar in den Achtzigern verwurzelt und vom mitreißenden punkigen Rock der heutigen Zeit noch recht weit entfernt. Stray Cats, The Cure und die Neue Deutsche Welle scheinen im Sound eher durch als die Ramones. Als Zeitdokument ist "Devil" jedoch essenziell und Stücke wie "Frank'n'Stein", "Zu Spät" oder "Roter Minirock" rocken auch heute noch, trotz komplett unverzerrter Gitarre.
Thorsten Wilms
> Alle Beiträge von Thorsten Wilms
Weitere CDs von Die Ärzte:
> Jazz Ist Anders > Geräusch > Rock'n'Roll Realschule
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