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CD-Review Der Fall Böse Hochverrat   CD-Review ::: Der Fall Böse - Hochverrat

Review Der Fall Böse - Hochverrat  
Review

Der Fall Böse
Hochverrat
Rintintin / Indigo
erschienen im April 2005
Funk / Soul / HipHop / Rock
 
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Norddeutsche, speziell Hamburger, gelten ja gemeinhin als eher unterkühlte Charaktere. Tja, dann gibt es jetzt wohl zwei Möglichkeiten: Entweder haben wir es hier mit gleich acht absoluten Ausnahmen zu tun, oder es handelt sich eben doch nur um ein Klischee, das höchstens im Ansatz der Wahrheit entspricht. Die Herren von Der Fall Böse präsentieren sich auf ihrem vierten Album jedenfalls so kalt wie die Sahara.

Auf 15 Songs wird da über weite Strecken ein höllisches Feuerwerk aus Funk und Soul, aus HipHop und Blues abgebrannt, das Stillsitzen zu einer verdammt schwierigen Sache macht. Bei allem Feuer legen die Rapper/Sänger Hammond und Björn dabei eine dicke Portion abgehangene Lockerheit - insofern sind sie anscheinend doch echte Hamburger - und Humor an den Tag, teils im Stile der großen Nachbarn Beginner. Dass sie raptechnisch vielleicht noch eine Stufe unter diesen rangieren – mal ganz unnorddeutsch gesagt total wurscht, wenn man so eine organische Band im Rücken hat, die Funkbomben zündet wie den Opener "Das Letzte Fest" oder das herrlich sinnfreie "Beat Im Schritt". Auf Tracks wie "Keine Zeit" hält dagegen der Blues Einzug, und auch dazwischen gibt es viel Grund zum Jubel und wenig zum Meckern, höchstens "Hin Und Weg" und ein Stück weit auch "Wenn Du Gehst" sind stellenweise etwas mehr (Schlager-)Pop als gut ist.

Aber das sind pure Randnotizen, wenn sich andererseits die Höhepunkte derart die Klinke in die Hand geben. Erheblichen Anteil daran hat auch die auf der kompletten Platte präsente Gastsängerin Armina, die zwar – mit Ausnahme des Schlusstracks "Raus Aus Der Stadt" - eher eine Nebenrolle einnimmt, jedoch mit ihrer weiblichen Note noch mehr Abwechslung in die Truppe bringt und Songs wie z.B. "Weiter Gehen" mit ihrem Intro absolut aufwertet.

Lange Rede, kurzer Sinn: Diese Band macht Spaß, diese Band hat Musik im Blut und diese Band ist echt und hat auch "Keine Zeit Für Fake, Liebling".

Kompliment.
 
Alexander Karl
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