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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Deep Purple - Concerto For Group And Orchestra |
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Wer hätte das gedacht? Schon dreißig Jahre, bevor sich Metallica mit "S & M" an der Zusammenführung von Hard Rock und Klassik versuchten, hatten die Urväter von Deep Purple selbiges im Sinn: In der ehrwürdigen Royal Albert Hall führten sie 1969 das "Concerto For Group And Orchestra", geschrieben von Keyboarder Jon Lord, auf. Partner war das damals ehrwürdige Royal Philharmonic Orchestra.
Wie der Name des Werks schon erahnen lässt, hatte Lord, ausgebildeter Klassik-Pianist, höhere Ambitionen als die, zu den Deep Purple-Hits ein paar Streicher hinzuzufügen; er versuchte, die beiden so unterschiedlichen Welten, das Sinfonie-Orchester auf der einen und seine Band, damals gerade auf dem Weg, Rock-Giganten zu werden, auf der anderen, zu einer Einheit zu verschmelzen. .
Heraus gekommen ist eine ziemlich kuriose Mischung aus klassischen Orchester-Teilen, die unüberhörbar beeinflusst von den deutschen Romantikern Mahler und Wagner sind, Abschnitte, in denen Deep Purple plötzlich los rocken und, in der Mitte des zweiten Satzes, eine gesungene Partie voller triefender Hippie-Schnulzigkeit. .
So richtig zusammen passt das alles, man ahnt es schon, nicht, hat aber großartige Momente, besonders wenn Ritchie Blackmore mal solieren darf und seiner Strat virtuos minutenlang Jaulen und Kreischen entlockt; die klassischen Partien allerdings haben manchmal ziemliche Längen und fließen oft belanglos vor sich hin, bis die Band mal wieder übernimmt. .
Das jetzt auf einer Doppel-CD wiederveröffentlichte Konzert war, trotz durchwachsener Kritiken, ein großer kommerzieller Erfolg für die Nachwuchsband und verhalf Purple zum Durchbruch auf der Insel. (das Royal Philharmonic Orchestra hingegen erholte sich von dem Einbruch der Pop-Musik nicht wieder. In den folgenden Jahrzehnten dudelten die Philharmoniker in erbarmungswürdiger Weise die Hits von Phil Collins, Queen und Abba auf Klassik).
Interessant zu hören ist das mutige Experiment aber trotz aller Vorbehalte auch dreißig Jahre später immer noch, zumal die Wiederveröffentlichung mit Liner Notes des Komponisten, Originalkritiken, vielen Fotos und dem Programmheft üppig ausgestattet ist. .
Auf der zweiten CD befinden sich 3 Songs, die die Band im selben Konzert, aber ohne Philharmoniker spielte. Die Versionen von "Hush", "Wring That Neck" und "Child In Time" sind beeindruckend, wie alle Live-Mitschnitte aus dieser Zeit; eine Erkenntnis fördern sie allerdings auch zu Tage: Deep Purple mit Orchester sind zwar gut, ohne sind sie aber trotzdem immer noch viel besser.
Arne David
> Alle Beiträge von Arne David
Weitere CDs von Deep Purple:
> Purpendicular > Live At The Olympia '96 - The Official Bootleg
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