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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Daft Punk - Human After All |
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Wau, war das ein Video, das Spike Jonze damals für die erste Single von Daft Punk gedreht hat. Ein Typ mit Krücke und Hundegesicht zieht nachts durch die Straßen von New York. Den Kassettenrekorder, den er mitträgt, hört man kaum vor lauter Gerede und damit auch kaum was von "Da Funk", der ersten Daft Punk-Single. Letztlich ist das halb so schlimm. Schließlich ist das Lied zum Video ein Loop, ein Loop, ein Loop. Ganz ähnlich wiederholt sich später die Sache mit den Hits "Around The World" und "One More Time". Immer ist da ein unwiderstehlich knackiges Riff, das wiederholt und wiederholt und wiederholt wird. Bis der Knack dann raus ist. Oder wäre. Ganz ohne die Videos.
Daft Punk wissen Bescheid. Nicht zufällig findet sich auf dem Cover des neuen Albums ausgerechnet ein Fernseher. Entsprechend heißt eins der neuen Lieder ausgerechnet "Television Rules The Nation". Ein Jammer nur, dass eine echte Glotze fehlt, da wo sie am allernötigsten gewesen wäre. Denn in Sachen Wiederholungsmuster haben Daft Punk auf "Human After All" den Vogel abgeschossen. Gleichzeitig sind hier im Gegensatz zu vergangenen Diskokrachern von Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homen-Christo die Riffs alles andere als originell. Alien-Vocoder, Rock-Stampfer, Knarz- und Röchelschleifen - langweilig, langweilig, langweilig. Gedankt sei dem liebevoll mäandernden "Make Love" und dem im Höchstmaß technischen Sprechgerät "Technologic" dafür, dass sie das dritte Daft Punk-Album zu einem wenigstens bittersüßen Abgesang auf die Dancemusic der späten Neunzigerjahre machen.
Alexander Kroll
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