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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: DAF - Fünfzehn Neue DAF Lieder (pro) |
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Es soll Menschen geben, die nie den Mussolini getanzt haben. Und möglicherweise sind es genau diese, die bei der Verkostung des neuen DAF-Albums kopfschüttelnd die Nase rümpfen. Aber so ist es nun einmal: DAF-Songs liebt man abgöttisch oder man hasst sie abgrundtief.
Sicher, der ehemals so radikale Entwurf der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft ist heute einfach nicht mehr so verstörend anders wie noch vor 20 Jahren. Dennoch kann man nicht umhin, die "Fünfzehn neuen DAF Lieder" als außer Konkurrenz laufendes Machwerk in der ach so berechenbar gewordenen Pophistorie zu sehen. Plötzlich ist er wieder da, der aggressive Sprechgesang von Gabi Delgado, unterlegt von monoton-treibendem Schlagzeugbeat und der bedrohlichen Elektronik von Robert Görl. Bösartigkeit durchzieht diese Musik, Sinnlichkeit, Sehnsucht und die Lust an der Provokation - ganz gleich, ob dafür Platz am Musikmarkt ist oder nicht; DAF machen keine Gefangenen.
Man mag über Dinge wie "Kinderzimmer", einem Lob- und Abgesang auf die RAF, gespaltener Meinung sein, soll es auch, soll schockiert sein, angeekelt, dann zu Tränen gerührt - so sind Delgado und Görl nun einmal. Und warum sollten sie ausgerechnet jetzt beginnen, etwas anderes zu sein?
Inga Stumpf
> Alle Beiträge von Inga Stumpf
Weitere CDs von DAF:
> Fünfzehn Neue DAF Lieder (contra) > Allein, Zu Zweit, Mit Telefon
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