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CD-Review ::: D12 - Devil's Night |
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Detroit Rock City. Those were the days. Längst hat sich Detroit auch einen Namen als Hochburg elektronischer Musik gemacht. Die einflussreichsten DJ's aus Amerika kommen aus Detroit. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die HipHop-Posse meldet und Führungsansprüche untermauert. Kid Rock gilt als eine Art Wegbereiter der Detroiter HipHop-Szene. HipHop Made in Detroit kam überhaupt in der Vergangenheit selten am Rock-Sound vorbei. Bestes Beispiel ist die gitarrenverliebte Insane Clown Posse. Intimfeinde von Eminem, dem weißen HipHopper aus Detroit. Womit wir bei D12 wären.
Denn der Slim Shady führt die sechsköpfige HipHop-Schar an, die mit "Devil's Night" ihr Debütalbum präsentiert. Und damit der Name des "dreckigen Dutzends" auch bei sechs Mitgliedern Sinn macht, bekommt jeder Mitstreiter einen Zweitnamen. Eminem alias Slim Shady ist hinlänglich bekannt, wohingegen Denaun Porter a.k.a. Kon Artist, Big Proof aka Derty Hairy, Swift aka Swifty McVay, Kuniva aka Rondell Beene oder Bizarre aka Peter S. Bizarre wohl nur Insidern etwas sagen dürften. Ein erster gemeinsamer Stehversuch landete auf der ersten Eminem Scheibe und lautete "Under The Influence".
Dank Eminem geht das "Dirty Dozen" schon mit riesigen Vorschusslorbeeren in die Kaufläden. Und tatsächlich kann sich das Projekt hören lassen. Ein Verdienst auch von Dr. Dre, der sich der Sache als zweiter Produzent neben Eminem annahm und vier Songs beisteuerte. Der Fokus des Albums liegt auf den beiden Singles "Purple Pills" und "Blow My Buzz". Herausragende Songs auf diesem Album sind jedoch die Tracks "Fight Music" von Dr. Dre und "American Psycho" von Bizarre.
Auch wenn D12 noch kein ernstzunehmendes Pendant zum Wu-Tang Clan darstellt: their time will come. Mit Sicherheit wird die Zukunft die ersten Solo-Projekte der anderen fünf D12-Member neben Eminem bringen und mit Sicherheit wird das nächste D12-Album vielfältiger und abwechslungsreicher klingen. Denn genau daran krankt "Devil's Night". Bei sechs Interpreten nebst Gästen und Produzenten hätte ich ein bunteres und wegweisenderes Album erwartet. Stattdessen halte ich ein kurzweiliges, interessantes aber auf einigen Strecken auch belangloses Album in den Händen. Und einen teilweise zu sehr auf Eminem zugeschnittenen Longplayer. Der, aus Versehen oder aus Absicht, auf dem Albumrücken nicht verzeichnete letzte Track "Girls" zum Beispiel ist ein klassischer Eminem-Track. Da leidet die D12-Identität, die eigentlich als eigenständige Truppe auftreten will. Sicherlich ist es legitim, wenn jedes Mitglied seine Einflüsse in D12 einbringt, doch sollten es nicht 19 Songs sein, die mal abwechselnd nach jedem von ihnen klingen. "Devil's Night" erfüllt die Vorschusslorbeeren nur zum Teil. Aber es ist immerhin ein großer.
Ralph Buchbender
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