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CD-Review ::: Cradle Of Filth - Nymphetamine |
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Wie schafft man es, eine Gratwanderung zwischen Aggressivität, Melancholie, Romantik und Leidenschaft zu vertonen? Diese Frage wird von Cradle Of Filth mit ihrem neuesten Geniestreich "Nymphetamine" hervorragend beantwortet.
Die ‚Serpent Tongue’ Dani Filth hat wieder zugeschlagen. Die nahezu unheimliche Stimm-Bandbreite des Cradle-Of-Filth-Sängers wird auf dem Album "Nymphetamine" besonders deutlich. Die teilweise vor Bösartigkeit triefende Stimme erinnert mal an eine zischende Schlange und im nächsten Augenblick an das Kreischen eines Greifvogels im Anflug auf seine Beute. Man könnte meinen, der Fürst der Finsternis steige persönlich aus der Hölle empor, um die gesamte Menschheit anzuklagen und mit seiner ansteckenden, kompromisslosen Leidenschaft zu überrennen.
"Nymphetamine” ist eine neue Wortkreation a la Dani Filth und setzt sich zusammen aus "Nymph" (eine reizende junge Frau) und "Amphetamine" (eine Arznei, die besonders als Reizmittel benutzt wird).
Neben "Damnation And A Day" ist "Nymphetamine" wohl das gelungenste Album, man könnte es auch ein 74-minütiges "Opus" nennen. Auch "Bitter Suits To Succubi", "Cruelty And The Beast" und "Midian" waren bereits musikalisch "abwechslungsreich”, jedoch ist den sechs Mannen von Cradle Of Filth mit "Nymphetamine" ein Meisterwerk gelungen. Der Einsatz von Liv Kristine als weiblichem Gegenpart zu Dani Filth war eine ausgezeichnete Idee, spiegelt diese Stimme doch das "himmlische" Pendant zu Danis "Höllenstimme" wider. Eingängige Melodien wechseln sich auf "Nymphetamine" mit brutalen Gitarrenriffs und klassischen Einlagen ab.
Stücke wie "Nemesis" sind Dani Filth wie auf den Leib geschrieben. Schließt man die Augen und genießt dieses Werk, so kann man sich leicht vorstellen, wie er aus der Hölle auf die Erde zurückkehrt, um mit seiner Musik alle mal so richtig aufzumischen. "Nymphetamine", der Titeltrack, ist in verschiedenen Versionen ("Overdose" und "Fix") gleich zweimal enthalten und überzeugt mit einer einzigartigen Melodik und lupenreinem Frauengesang. Beide Versionen erzeugen eine ganz besondere Stimmung und könnten fast als "Balladen" auf durchgehen. Durch die großartigen Arrangements sind in fast allen Stücken Dramatik und Melancholie abwechselnd zu spüren. "Coffin Fodder" bietet wunderbare Gitarrenriffs, die eine Gänsehaut erzeugen und hinterlässt mit seiner besonders eingängigen Melodie einen Dauerohrwurm beim Zuhörer.
Man kann guten Gewissens sagen, dass "Nymphetamine" keinen Titel beinhaltet, der in irgendeiner Weise nicht ausgereift wäre. Sicher mag es persönliche Präferenzen geben, aber eines ist sicher: Mit "Nymphetamine" haben sich Cradle Of Filth selbst übertroffen.
Nicht nur die eingefleischten Cradle-Fans werden diese Scheibe zu würdigen wissen und es wird schwer sein, dieses Album zu toppen...
Ursula Kohl
> Alle Beiträge von Ursula Kohl
Weitere CDs von Cradle Of Filth:
> Damnation And A Day > Dusk And Her Embrace > From The Cradle To Enslave-EP > Cruelty And The Beast
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