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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Coralie Clément - Toystore |
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Coralie Clément hat sich vermutlich mit ihrem Debüt "Salle Des Pas Perdus", Lolita-Charme und Bossa Rhythmen in so manches Herz gespielt. Als 2004 ihr zweites Album "Bye Bye Beauté" erschien, überraschte die französische Sängerin dann mit einem durchweg härteren und rockigen Sound. Jetzt, vier Jahre später, hat sie wieder ein ruhigeres Album aufgenommen. Dabei setzt Coralie aber nicht auf alte Erfolgsrezepte, sondern versucht wieder etwas ganz anderes zu machen: So rannte sie mit ihrem Bruder Benjamin Biolay in den nächsten "Toystore", um die Instrumente zu kaufen, mit denen sie ihr neues Werk aufnehmen wollte, wie etwa eine Ukulele, ein Xylophon, eine Taschentrommel oder eine Baby-Farfisa-Orgel.
Das hört sich zwar ganz so an, als würde Coralie jetzt auf Pfaden von Bands wie CocoRosie wandeln - aber weit gefehlt: Der "Toystore" wirkt eher wie ein Ort der Katharsis, an dem die Französin ihre Kindlichkeit und ihren Lolita-Charme zurückgelassen hat und zur Frau geworden ist. Selbst die ungewöhnliche Wahl der Instrumente erinnert nicht an einen Kindergeburtstag - im Gegenteil - Biolay, der alle Instrumente selbst eingespielt hat, zaubert einen vollen, reifen Sound, der nur leicht erahnen lässt, dass keine "Erwachsenen-Instrumente" zum Einsatz gekommen sind. "Toystore" ist somit ein Album geworden, auf dem die junge Französin ihre Reifeprüfung ablegt, was man auch schon an ihrer Stimme hört, die sehr viel Selbstbewusstsein ausstrahlt - dabei aber auch genügend Charme hat, sich ins Ohr des Zuhörers zu schmiegen. Aber auch die Songs und Arrangements wirken reifer, durchdachter und vielseitiger als auf ihren ersten beiden Alben - und klingen dabei auch noch natürlich und zärtlich. Dabei zapft die Sängerin nicht nur französische Musiktraditionen an, sondern wagt mit "Share The Day" einen Ausflug ins Englische und mit "Sono Io" ins Italienische. Der Text dazu stammt aus der Feder von Biolay-Gattin Chiara Mastroianni, die auch als Duett-Partnerin fungiert. Mit Étienne Daho - seit den Achtzigerjahren wohl einer der wichtigsten Popmusiker Frankreichs - gibt sich ein weiter Gast die Ehre und singt mit Coralie die getragene Ballade "Je Ne Sens Plus Ton Amour".
Coralie Clément hat also die Reifeprüfung mit "Toystore" bestanden - und wird sicherlich wieder die Herzen im Sturm erobern.
Kai Prager
> Alle Beiträge von Kai Prager
Weitere CDs von Coralie Clément:
> Bye Bye Beauté > Salle Des Pas Perdus
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