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CD-Review Celtic Tides Compilation   CD-Review ::: Celtic Tides - Compilation

Review Celtic Tides - Compilation  
Review

Celtic Tides
Compilation
Putumayo World Music / Exil Musik / Indigo

Irish / Scottish Folk
 
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Gegen Ende des zweiten Jahrtausends scheint es zumindest in hiesigen Breitengraden noch etwas verfrüht, von einem Folk-Revival zu sprechen. Die zarten Anfänge machen sich allerdings an vielen Ecken des alten Kontinents bemerkbar, große alte Namen kommen wieder ins Gespräch, Folk wird auch beim jüngsten Publikum wieder hoffähig und nicht zuletzt zeigen die aus Übersee importierten Playlists und Charts wohin der Weg gehen könnte.
Das hat sicher viel mit der technoiden Entmenschlichung neuerer Stile zu tun, nicht von der Hand zu weisen ist allerdings auch der Einfluß der Weltmusik: Denn Weltmusik ist nichts anderes als Folk, oft im Original, oft aber auch in beliebigen Mischungen runderneuert. Gefühl und das Echte zählen hier und was läge da näher, als zu traditioneller Musik und traditionellem Instrumentarium zu greifen.
Ein Label, das sich in eben diese Definition der Weltmusik auf die Fahnen geschrieben hat, ist die kürzlich von Exil Musik entdeckte und importierte Putumayo World Music. Mit einem Schwerpunkt auf dem amerikanischen Kontinent gehen sie den verschiedensten Spuren nach. Man kümmert sich um die Karibik, die amerikanischen Ureinwohner zwischen beiden Polar-Kreisen, rollt den brasilianischen Folk auf, bringt das alles in weltweiten Zusammenhang und landet mit "Celtic Tides" unversehens im irischen und schottischen Folk.
Interessant ist dieses Kapitel immer, und das nicht nur musikalisch, sondern auch musikhistorisch, schließlich ist der amerikanische Folk auch heute noch bestimmender Faktor der aktuellen Pop- und Rockmusik. Aber ich schweife nun endgültig zu weit ab....
...Zu hören sind klingende Namen wie die Chieftains, zusammen mit der hierzulande noch unbekannten Rankin Family, Clannad mit einem Klassiker von "Clannad 2", die wohl bekannteste Irin, Mary Black, Altan, Capercaillie und Dougie MacLean als Vertreter der ersten Folk-Welle. Dazwischen findet sich die jüngere Generation mit Solas, Old Blind Dogs, Mary Jane Lamond, Natalie MacMaster und Seamus Egan.
Mit 13 Titeln und fast einer Stunde Laufzeit kann das nicht mehr als ein Appetithappen sein, die Lücken sind für den Fachmann unglaublich, und die Spannbreite reicht von Traditionals im uralten Gewand bis hin zu mit Samplings unterlegtem Pop z.B. von Capercaillie. Nichtsdestotrotz ist mit den "Keltischen Gezeiten" ein Album entstanden, das begeistern kann: Abwechslungsreich und unterhaltsam werden hier vorwiegend wunderschöne Frauenstimmen gefeatured, und die vorherrschende leicht schmerzliche, traurige Stimmung im Irish-Folk wir immer wieder durch die gerade daraus resultierende Lebensfreude aufgelockert.
Eine Momentaufnahme der Szene dies- und jenseits des Atlantiks, die Hoffnung macht auf mehr.
 
Dirk Jessewitsch
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