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CD-Review Celtic Lullaby Compilation   CD-Review ::: Celtic Lullaby - Compilation

Review Celtic Lullaby - Compilation  
Review

Celtic Lullaby
Compilation
Ellipsis / Intuition / Schott Music Distribution SMD

Keltischer Folk
 
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Ellipsis Arts lassen sich eigentlich immer irgend etwas Neues einfallen, denn für das amerikanische Label zählt nicht nur die Musik sondern auch die Aufmachung eines Tonträgers. Unter dem Motto "Das Auge ißt auch mit" entwickeln die Amerikaner ständig neue Formate, unter denen das Buch als Verpackung des eigentlichen Gegenstandes unseres Begehrens nur das gängigste ist. So etwas hat natürlich seinen Preis, denn teuere Einbände, vielfarbige Drucke und reichliche Hintergrundinformationen verlangen viel Liebe und Handarbeit. Daß es zwar auch mit Liebe, aber weniger aufwendig und trotzdem interessant geht, zeigt eine neue Reihe des Labels, die mit dem "Celtic Lullaby" eröffnet wird, und zum üblichen CD-Preis im Laden steht.
Lullaby, also Gute-Nacht-Lied, trifft den Kern des Begriffes denn auch wie keine andere Platte des unauffälligen Genres. Schon beim ersten Hören - nebenbei - breiten sich wohlige Ruhe und angenehme Schläfrigkeit aus, und was ansonsten das Todesurteil für einen Tonträger wäre, ist hier ein fettes Plus. Zarte, oft weibliche Gesänge, meist nur von einzelnen Instrumenten begleitet, schaffen Beschaulichkeit und behagliche Ruhe, zu denen man sich eigentlich nur ein leise knisterndes Kaminfeuer, warmes Kerzenlicht und ein wohlig warmes Federbett vorstellen kann.
"Celtic Lullaby" ist allerdings weit vom Ambient, esotherischer Heil-Ton-Kunst oder schlicht langweiligem Gedudel entfernt. Auf 18 Titeln zeigen meist Solisten, wie man auch vor den Zeiten elektronischer Soundflächen Stille strukturierte, und Ruhe zum tragenden Element von Musik gemacht hat. Und hier kommt dann die zweite Qualität der Compilation zum Tragen: Sparsam begleiten sich eine reichliche Anzahl bemerkenswerter Stimmen mit Gitarre, Harfe oder Flöte, und selten durchbricht ein englisches Wort die keltischen Gesänge. Man fühlt sich an "Clannad 1" und "2", die stilleren Momente der ersten Folkwelle von den End-Sechzigern bis zu den Mitt-Siebzigern um Pentangle erinnert, und träumt sich (trotz der zum Teil eher rauhen Hintergründe der Texte) in eine bessere Welt...
...und genau hierhin gehört "Celtic Lullaby" - in eine bessere Welt!
 
Dirk Jessewitsch
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