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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Bruce Springsteen - The Rising |
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Kaum eine andere Rockscheibe wurde in diesem Jahr mehr erwartet als Bruce Springsteens "The Rising", seinem zwölften Studioalbum im vierten Karrierejahrzehnt. Während sein letztes Album "The Ghost Of Tom Joad" (1995), sein melancholischstes neben "Nebraska" (1982), von der Presse wohlwollend aufgenommen wurde, überforderte es eine Vielzahl alter Fans aufgrund der düsteren Kargheit. Diesmal könnte es genau anders herum laufen, denn Springsteen hat zum ersten Mal seit "Tunnel Of Love" (1987) wieder vollständig auf seine 8-köpfige E Street Band zurückgegriffen. Little Stevens (git), Clarence Clemons (sax), Nils Lofgren (git), Max Weinberg (dr) & Co. sorgen auf Songs wie dem Opener "Lonesome Day", "Countin' On A Miracle", "Empty Sky" und "Mary's Place" für einen altbekannten, straighten Sound, der einen unvermittelt Meisterwerke wie "Born To Run" oder "The River" hervorkramen lässt. Ebenfalls im Gepäck sind akustisch instrumentierte Leisetreter ("Paradise"), schlichter Pop-Rock ("Into The Fire") und sich inbrünstig steigernder Gospel ("My City Of Ruins").
Wie die Titel bereits vermuten lassen, befasst sich Springsteen in den neuen Stücken mit den Anschlägen des 11. Septembers 2001, sowie deren Auswirkungen auf die amerikanische Gesellschaft. So verbeugt er sich vor den Feuerwehrmännern, die in der Brunst ihr Leben ließen ("Into The Fire"), lässt einen Mann vergeblich auf seine Freundin warten ("Waitin' On A Sunny Day") und berichtet über einen nach dem Attentat orientierungslos herumlaufenden New Yorker ("Nothing Man"). Trotz der traurigen Stimmung sieht Springsteen, der Chronist des amerikanischen Traums und seines Scheiterns, am Ende des Tunnels stets das Licht. So ausgelassen wie in "Mary's Place", wo er im Wechselspiel mit einem Gospelchor über die Vorzüge einer Block Party schwadroniert, fällt die Stimmung freilich nur selten aus.
Mit 15 Stücken und 73 Minuten Spielzeit beansprucht "The Rising" das Ausmaß eines Doppelalbums. Weniger wäre in diesem Falle deutlich mehr gewesen, haben sich doch im Mittelteil von "The Rising" mit "World's Apart" (trotz der Zusammenarbeit mit dem pakistanischen Qawwali Sänger Asif Ali Khan), "Let's Be Friends", "The Fuse" und "You're Missing" eine Reihe ereignisloser bis banaler Songs eingeschlichen, die den guten Gesamteindruck trüben. Bleibt die Erkenntnis, dass der Boss mit seinen alten Kumpels von der E Street Band noch immer am besten rockt, und die Hoffnung eines der Tickets für die kommende Tournee zu ergattern, die den 52jährigen auch nach Europa bringen wird.
Christof Herrmann
> Alle Beiträge von Christof Herrmann
Weitere CDs von Bruce Springsteen:
> Devils & Dust > The Essential Bruce Springsteen > The Ghost Of Tom Joad
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