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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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  17.2% |
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CD-Review ::: Brett Anderson - Wilderness |
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Es gibt Alben, bei denen der Kontext eine wichtige Rolle spielt - eines davon ist das zweite Soloalbum von Brett Anderson. Ein sehr persönliches Album, das außerhalb des Raumes zeitgenössischer Popmusik angesiedelt ist, zurückgezogenen und privat.
Anderson hat vermutlich schon alle höhen und tiefen des Popmusiker-Daseins durchlebt, von glorreichen Suede-Tagen mit Bernard Buttler bis hin zum endgültigen Zusammenbruch seiner Band. Somit ist es wenig verwunderlich, dass er als Solokünstler immer persönlicher, direkter und minimalistischer wird. Erste Momente deuteten sich schon auf dem epochalen "Dog Man Star" an, doch "Wilderness" bewegt sich abseits der "Asphalt World" Londons, ist da draußen angesiedelt, jenseits der Stadt, wo nur noch ein vereinzelter Telegrafenmast Erinnerungen an die Zivilisation wach werden lässt.
Textlich bewegt sich "Wilderness" ganz außerhalb des Suede-Universums - hier geht es nicht mehr um Taxifahrten und Hochhäuser aus Beton, sondern viel mehr um Rosen, Kirschblüten und Vögel, die am Horizont vorüberziehen. Das natürliche Umfeld findet sich auch in der Musik wieder - es gibt keine Gitarren, keine Beats, keine synthetischen Klänge - Andersons Stimme wird einzig von Piano und Streichern begleitet. Nur bei dem Stück "Back To You" ist noch eine zweite Stimme zu hören: Die Schauspielerin und Gattin von Roman Polanski, Emmanuelle Seigner, wurde als Duettpartnerin eingeladen.
"Wilderness" ist ein langsames, zerbrechliches Album geworden, ein Album für zu Hause, ein Ruhepol von der Hektik des Alltags. In diesem Kontext kann es sich majestätisch entfalten.
Kai Prager
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