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CD-Review Brave Captain Go With Yourself (The Fingertip Saint Sessions Vol. II)\   CD-Review ::: Brave Captain - Go With Yourself (The Fingertip Saint Sessions Vol. II)\"

Review Brave Captain - Go With Yourself (The Fingertip Saint Sessions Vol. II)\"  
Review

Brave Captain
Go With Yourself (The Fingertip Saint Sessions Vol. II)"
Wichita / Clearspot / EFA

Pop
 
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Der Brave Captain, so erfahre ich, wurde in Schottland geboren, wuchs in Liverpool auf und "like all good catholic boys, fell in love wth music, football, girls and drugs." Seine Götter, erfahre ich weiter, sind u.a. Bill Hicks, Richard Meltzer, John Fante, Sylvia Plath, Jesus, Tony Hancock, John Coltrane, Billie Holiday und Gandhi. Guter Durchschnitt würde ich sagen, und geht soweit in Ordnung.
Brave Captain, benannt nach einem Song der musikalisch in einer ganz anderer Welt operierenden fIREHOUSE, deren Bassist Mike Watt auch ein paar feinhübsche Zeilen fürs Booklet beigesteuert hat, heißt eigentlich Martin Carr, wohnt inzwischen in Wales, und ist in einer früheren Inkarnation nicht unberühmt geworden als Gitarrist und Songschreiber der im letzten Jahr aufgelösten, halblegendären Boo Radleys.
Hat man sich erst einmal an die etwas störend an Bobby Gillespie von Primal Scream erinnernde Stimme Martin Carr's gewöhnt, macht einem "Go With Yourself" viel Freude, denn was den Umgang mit Harmonien angeht, spielt der Brave Captain in der ersten Liga mit; für die Umsetzung bedient er sich der üblichen Verdächtigen: reichlich Streicher und Bläser; Piano, Harmonika, Glockenspiel; dazu das Standardprogramm an Electronica-Gadgets, selbstverständlich inklusive Moog, nebst Merkwürdigkeiten wie dem "Sierra Maestra growling", der "North Walian door", oder auch "that machine that goes blamblamblam".
Das Eröffnungsstück "The Monk Jumps Over The Wall" erinnert angenehm an die spannenderen und interessanteren Momente der in letzter Zeit leider etwas zu sehr in sich selbst ruhenden High Llamas, und mit seinen Gesangsharmonien und großzügigen Streichern ist "Tell Her You Want Her" ein Stück, auf das geschrieben zu haben sicherlich auch Brian Wilson stolz wäre. "Reuben" überrascht mit Anklängen an den Soul der Dexy Midnight Runners; schade, dass der wunderbare Kevin Rowland nicht als Sänger zur Verfügung stand.
Einen wichtigen Teil des Albums machen die wunderbaren Bläserparts von Tony Robinson aus, z.B. auf "Ein Hoff Le", einem außergewöhnlichen Duett aus Akustikgitarre und zurückhaltender Trompete, oder, diesmal am Horn, auf "Hermit Versus The World", einem veritablen Hit mit Orgel und Piano, prächtigen Streichern und, sehr hübsch, einer "special Colombian zither".
"Go With Yourself" ist 40 Minuten sehr gelungene Popmusik, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, als sie wahrscheinlich bekommen wird. Schade, aber mit diesem Schicksal steht die Platte nun wirklich nicht alleine da. Die eigene Webseite des Brave Captain ist übrigens auch einen Klick wert (http://www.bravecaptain.com).
 
Olaf Bentkämper
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