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CD-Review ::: Branford Marsalis - Footsteps Of Our Fathers |
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Branford Marsalis war im Gegensatz zu seinem trompetenden Bruder Wynton, der sich stets streng im traditionellen, akustischen Jazz bewegt, stets offen für Ausflüge in andere Gefilde. Davon zeugt seine Zusammenarbeit mit dem späten Miles Davis und mit Sting, seine Hip-Hop-Formation Buckshot LeFonque oder seine Funktion als Leader der Hausband der amerikanischen TV-Show von Jay Leno.
Gerade letztere Aufgabe hat den Saxophonisten allerdings mehr und mehr frustriert, denn während er sich als - wenn auch angesehener - Sideman verdingte, traten bei Leno reihenweise Musiker auf, die ihre eigene Musik machten. Und Marsalis, der mit zunehmenden Alter laut eigener Aussage immer mehr "serious about playing" wird, wollte für seine eigenen Projekte nicht nur am Wochenende Zeit haben. Logische Konsequenz: Die Kündigung bei Leno und die Rückkehr zu seiner eigentlichen Leidenschaft: Jazz.
Seine neue CD "Footsteps Of Our Fathers" ist dann auch in ganz klassischer, akustischer Quartett-Besetzung eingespielt und, wie der Name schon erahnen lässt, eine Dankeserklärung an seine musikalischen Idole.
Die Auswahl der Stücke hat sich Marsalis, der zur Veröffentlichung übrigens auch noch gleich sein eigenes Jazz-Label gegründet hat, dabei wahrlich nicht leicht gemacht. Neben jeweils einem Standard des Free-Jazz-Pioniers Ornette Coleman und dem Modern-Jazz-Quartett-Pianisten John Lewis befinden sich auf der CD gleich zwei hochkomplexe, mehrteilige Werke, beide in ganzer Länge: Sonny Rollins "Freedom Suite" und "A Love Supreme", die religiöse Hymne des späten John Coltrane.
Der direkte Vergleich mit den Originalen zeugt davon, dass Marsalis gereift genug ist, diesen Meisterwerken der späten Fünfziger bis zur Mitte der Sechziger seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Sein Saxophonspiel wie auch das Zusammenwirken mit seinen Begleitern ist individuell genug, um nicht in den großen Fußstapfen der gefeierten Jazz-Legenden unterzugehen; zumal das Quartett unverkennbar Entwicklungen der letzten drei Jahrzehnte aufnimmt. Und die Version von "A Love Supreme" ist teilweise noch intensiver und emotionaler als Coltranes ohnehin schon imposantes Original.
Ein Glück, dass Branford Marsalis den Weg zurück zu seinen Wurzeln gefunden hat. Die durchweg großartige Musik und die Selbstverständlichkeit, mit der sie vorgetragen wird - im Gegensatz zu dem didaktischen Ansatz seines jüngeren Bruders - machen "Footsteps Of Our Fathers" zu einem spannenden und sehr hörenswerten Album.
Arne David
> Alle Beiträge von Arne David
Weitere CDs von Branford Marsalis:
> & Ellis Marsalis - Loved Ones
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