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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Brad - Interiors |
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Vor etwa vier Jahren schlich sich auf perfide Weise ein unterkühlter, aber unter der Oberfläche brodelnder Funk-Track in meine Seele, wo er bis zum heutigen Tag geblieben ist:
Brad, damals neben Temple Of The Dog noch die einzige Band, die sich mit dem Etikett "member of Pearl Jam" (Gitarrist Stone Gossard) schmückte, hatte mit "20th Century" ein so irritierend kühles und zugleich dennoch so leidenschaftliches Stück Groove geschrieben, daß man getrost von einem - zu Unrecht viel zu wenig beachteten - Klassiker sprechen darf.
"Shame", das dazu gehörige Album, enttäuschte dann aber zumindest all diejenigen, die auf mehr "Funk Food" dieser Art hofften. Zu sehr bewegte sich die Band im von der Grunge-Hauptstadt Seattle vorgegeben Rock-Kontetxt. Dem Funk als Idee, nicht unbedingt als dogmatisch verstandenen Genre haben sich dagegen Pidgeonhed verschrieben. Sänger hier wie dort ist Shawn Smith, der obendrein auch noch bei Satchel, einem weiteren Pearl Jam-Ableger tätig ist. Wie alle Seattle- / Portland-Musiker ein vielbeschäftigter Mann also. Mit "Interiors" legen Brad nun ihren Zweitling vor, der diesmal in keiner Weise enttäuscht und der Smith als eine der "heißesten" weißen Stimmen bestätigt.
Smith, der auch die weißeste Falsett-Stimme jenseits von Prince sein Eigen nennen darf, singt, schreit, wimmert sich durch Folk- ("Circle & Line"), Funk- ("Those Three Words"), und Rock-Tracks der oberen Güteklasse. Zwischen Balladen, Groove und Rock-Lärm ist "Interior" ein Album, das im übrigen mit "Those Three Words" über einen würdigen Nachfolger zu "20th Century" verfügt: Wieder brodelt der Funk vor allem unter der Oberfläche.
Andreas Kötter
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