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CD-Review Bluepoint Underground ...In New York   CD-Review ::: Bluepoint Underground - ...In New York

Review Bluepoint Underground - ...In New York  
Review

Bluepoint Underground
...In New York
Captain Trip Rec. / Fünfundvierzig / Indigo

Vertonte Medienkritik
 
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"Bluepoint Underground in New York City" - schon der Titel ist irreführend, denn auf dem CD-Debüt der Wuppertaler Performance-Gruppe findet sich nicht etwa der Live-Mitschnitt aus der amerikanischen Ostküsten-Metropole. Zu hören sind acht Studio-Improvisationen, oder eher noch eine Form der Medienkritik, wie man sie nur aus dem Hause Crossover Media kennt. Irreführend ist auch das Format, denn ein Tonträger ist nur andeutungsweise in der Lage, die Arbeit der drei Multimedia-Künstler zu beschreiben. Die Imagination muß viel von dem ersetzen, das sich dem Kenner der Gruppe aus der Erinnerung erschließt: Vieles kommentieren sie denn auch live durch Tanz, Mimik oder Aktionen.
Kern der Konzeptarbeit von Caroline Keufen, Oliver Blum und Eberhard Kranemann ist, sich niemals festzulegen. Sie nutzen dabei eine Vielzahl von Instrumenten (E-Gitarre, Saxophon, Flöte, Sampler, Kassettenrecorder, E-Drums und einfach alles, was sich zum Entwickeln sonderbarer Geräuschkulissen eignet) und variieren zwischen Elektronik, Dada, Blues und Improvisierter Musik sämtliche Elemente der letzten 40 Jahre Musikgeschichte. Gitarren schrammeln, fiepen und jaulen, ein Sequenzer dreht stoisch seine Runden und düstere Pauken gemahnen an die Endzeit. Eine Flöte schwingt sich in luftige Höhen, Synthesizer schwirren, Geräusche geraten zum Krach und verlieren sich in sinnierenden Ausblendungen. Darüber die Stimme von Caroline Keufen, die singt, schluchzt, wie eine Furie kreischt und zitiert - in Fetzen und mal deutsch, englisch oder französisch. Ihre Mitstreiter mischen introvertierte Texte, absurde Philosophie oder eine Gebrauchsanweisung unter.
Was auf den ersten Blick chaotisch anmutet, ist von einer Kakophonie weit entfernt. Mal mit bissigem Spott, mal ironisch augenzwinkernd, mal tiefsinnig kommentieren sie eine Welt, in der die Medien zum Selbstzweck geraten. Dicht an der Collage erheben sie dabei die Reizüberflutung zum Stilmittel und schaffen Raum für eine pointierte Sicht der Dinge.
Harte Kost vom inzwischen fünf Jahre alten Projekt um den Ex-Kraftwerk-, Fritz Müller- und Neu!-Musiker Eberhard Kranemann. Ohne den Humor dahinter wären Bluepoint Underground gemein bis zur Bösartigkeit und damit unhörbar - so sind sie unerhört, und ich hoffe sie werden das nicht bleiben.
 
Dirk Jessewitsch
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Weitere CDs von Bluepoint Underground:
> In NYC


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