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CD-Review Björk Vespertine   CD-Review ::: Björk - Vespertine

Review Björk - Vespertine  
Review

Björk
Vespertine
Polydor / Universal

Pop / Elektronik
 
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Story ::: Februar 2001
Bandpage
Björk (Buch)
Björk - Human Behaviour (Buch)

Der "Dancer In The Dark" hat sicht- und hörbare Spuren im Leben der Isländerin Björk hinterlassen. Die ohnehin noch nie dem glamourösen Starspotlight verfallene Eisprinzessin treibt auf ihrem fünften Album die Introvertiertheit zur Perfektion. Songtitel wie "Hidden Place", "Cocoon" oder "Frosti" sind hörbare Paten einer stummen Botschaft. Das Cover verrät, was Björk nicht will: Im Vordergrund stehen. Zurückhaltung ist angesagt, die Soundeffekte schleichen wie Indianer durchs Gehölz. Man muss schon genau hinhören, wenn man Auffälligkeiten bemerken will. Zum Beispiel, dass es mit "Frosti" einen Song gibt, in dem uns Björk ihre Stimme total vorenthält. Stattdessen beherrschen Glockenspiele das Geschehen, die Stimmung erinnert an vorweihnachtliche Schlittenfahrten. "Vespertine" braucht Stimmung. Das Album atmet eisig und wenn man zu unvorsichtig in das Labyrinth der Eisprinzessin eindringt, droht der Tod durch Erfrieren. Doch mit dem richtigen Plan in der Hand gelangt man am Ende zu einer Wärme, die nur ein Iglu ausstrahlen kann.
Wer sich auf seine Intuition verlässt, muss sich durch Soundgebilde kämpfen, in denen es keine richtungsweisenden Wegweiser zu geben scheint. Auch Björk selbst ist dabei keine Hilfe. Viel zu oft versteckt sie sich, fast scheint es, als hätte sie sich in den von Soundkünstlern wie Console, Herbert, Bell oder Matmós gebildeten Strukturen selbst verirrt und suche den Ausgang aus einem Dilemma, das sie selbst erschaffen hat.
"Vespertine" kommt einem japanischen No Spiel gleich, in dem sich die Hauptdarsteller aus Schattengebilden rekrutieren. Es entsteht immer mehr der Eindruck, als zöge Björk die Welt hinter dem Vorhang vor. Was sie uns auf "Vespertine" mitzuteilen hat, erzählt sie sich im Grunde nur selbst. Ein Selbstgespräch vor dem Spiegel geführt.
Ihr Traum, ihre von der Elektronik beherrschten Songs von einem klassisch besetzten Orchester performen zu lassen, steht daher auch nicht im Widerspruch zu ihrer Flucht vor der öffentlichen Aufmerksamkeit. Wo könnte sie sich besser verstecken, als im Hintergrund eines an Personen zahlreichen Orchesters?
 
Ralph Buchbender
> Alle Beiträge von Ralph Buchbender
 
Weitere CDs von Björk:
> Remixes And Covers Of Björks 'Army Of Me'
> Medúlla
> Selmasongs
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