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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Aphex Twin - Drukqs |
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Richard D. James Fragen zu stellen, auf die man eine einfache und auf den ersten Blick sinnvolle Antwort bekommt ist ebenso schwer, wie eine Voraussage zu machen, was Richard D. James aka Aphex Twin aka Polygon Window aka dieses und aka das als nächstes tun wird. Dass seine Plattenfirma Warp Records noch versteht, was und wer sich hinter diesem Wesen, das verteufelt nach uneinschätzbar klingt, verbirgt, ist schleierhaft. Auf der einen Seite sanft, und ambient sphärisch, auf der anderen Seite brachial, dissonant und Gehörgang schädigend sind alle Facetten vertreten. So sind auch die 30 Tracks auf seiner neuen Doppel CD "Drukqs" alles andere als fassbar. Teils scheint sich Richard D. James seinen "Ambient Works" von 1994 anzunähern, um gleich darauf in schwerste Klangkakophonien zu wechseln, denen zuzuhören Hörstürze verursachen könnte. Auf dem Cover durch die Fotoarbeiten aus dem Innenleben eines Pianos schon angedeutet, hat Aphex Twin scheinbar das Piano und mit ihm die klassische Musik als Gebrauchselement für sich entdeckt und nutzt diese, um sie zu zitieren, zu zerstören, zu zerhacken, zu interpretieren und wer weiß was noch. Was man hier findet, wenn man danach sucht, ist ein Aphex Twin-Album, wie man es erwarten würde, wenn man weiß, dass etwas zu erwarten bei Aphex Twin in etwa so schwer zu fassen ist, wie es in kurze Sätze zu fassen und vor allem zu erwarten, dass man von Richard D. James eine Antwort auf eine seiner Fragen bekommen könnte, die zu irgend etwas taugt, außer sich und andere von jeglicher Sinnlosigkeit zu überzeugen.
Carsten Bäumer
Richard D. James ist zweifellos die Lichtgestalt der experimentell elektronischen Musik. Fünf lange Jahre mussten seine Jünger auf sein neues Album warten - in der Zwischenzeit verdingte sich das Genie aus Cornwall als DJ -, doch jetzt liegt Aphex Twins "Drukqs" in den Regalen der Platenläden. Verwirrend der Titel und die Namen der Tracks ("Kladsvgbung Micshk", zum Beispiel. Oder was will uns der werte Herr mit "Hy A Scullyas Lyf Adhagrow" mitteilen?), doch James ist im großen und ganzen der alte geblieben: "Drukqs" ist wie so oft vollkommen losgelöst vom herkömmlichen Musikkosmos, verbandelt er beinahe klassisch instrumentierte Stücke ohne Beats, Breaks und Störgeräusche mit rasenden Breakbeat-Orgien und Nummern mit extremem Pop-Appeal. In einigen Momenten klingt Aphex Twin derart warm und intim, dass man kaum glauben kann, dass die Tracks wirklich am Rechner entstanden sind. Versöhnliche Perlen in einem manchmal undurchdringlichen Wald aus zappelnder Synthetik.
Inga Stumpf
> Alle Beiträge von Inga Stumpf
Weitere CDs von Aphex Twin:
> Richard D. James LP
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