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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Alan Parsons - A Valid Path |
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Eines Nachts schleppte Jeremy Parsons seinen Vater Alan mit in die Disco. Und was der dort zu hören bekam, gefiel ihm offensichtlich so gut, dass er dachte: "Das brauche ich für mein nächstes Album." Also lud sich Alan Parsons nicht nur wie sonst bei seinen Produktionen alte Recken wie David Gilmour, sondern auch junge Dance-Szene- und Elektronik-Helden wie Überzone und The Crystal Method ins Studio - und auch seinen Sohn.
Damit geriet "A Valid Path" zum leidlichen Versuch, den Anschluss an die Sounds des neuen Jahrtausends nicht zu verpassen. Leider hat sich der Meisterproduzent dabei zu sehr selbst vergessen. Denn bis in die Neunziger hinein standen die Produktionen des Briten für klar konzeptionierte und strukturierte Alben, mit wunderbar vielschichtig komponierten Songs, denen er einen futuristischen Computer-Anstrich verpasste, der einen trotz des sterilen Hauches der kalten Technik berührte. Der Song war der Mittelpunkt, die Idee und nicht der Klang. Bei "A Valid Path" ist es umgekehrt.
Die Hall-Effekte aus dem Techno-Weltraum wirken aber nicht wie ein kreativer Einbau von Sounds, sondern wie ein Hinterhergehechel. Die Kreuzung von Beat-Boxen und Sequenzer mit dunklen Über-Bässen ist durchaus reizvoll und verleitet die Gliedmaßen zum rhythmischen Zucken. Aber auf der Platte steht Alan Parsons. Und von dem erwartet man mehrdimensionalere Kompositionen. Zu den Tanzverflachungen der Songs hat der Produzent, der mal für die Beatles und Pink Floyd hinter den Studioreglern saß, noch ein paar düstere Vocoder-Stimmen hier und da hineingemixt, die ab und zu an Autowerbung erinnern, in der australische Aborigines über die neue Limousine der Firma X staunen. Diese Ethno-Verwurstung hatten wir in den Neunzigern schon.
Bei der Zusammenstellung dieser Stücke hat sich der sonst so ausgezeichnete Songschreiber die falschen Partner ausgesucht und selbst ein paar schlechte Tage gehabt. Das kann ja mal passieren. Wie es dennoch gehen kann, zeigen lediglich zwei Songs: "Mammagamma 04" hat in der Ursprungsversion 23 Jahre auf dem Buckel, und das tanzbar aufgemotzte "A Recurring Dream Within A Dream" stammt aus der Phase von "Tales Of Mystery And Imagination" aus dem Jahr 1976. Die hat Parsons mit seinem alten Ex-Partner, -Songschreiber und -Sänger Eric Wolfson komponiert. Der hat gerade wenig zu tun. Und so haben wir nur die Hoffnung: auf ein neues Alan Parsons Project, aber bitte in alter Besetzung.
Thorsten Schatz
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