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Die Pop-Hauptstadt Deutschlands ist...
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CD-Review ::: Al Di Meola - Flesh on Flesh |
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Wie kann man ein so begnadeter Musiker sein und dabei so völlig geschmacklos? Diese Frage zieht sich als roter Faden durch nahezu alle Veröffentlichungen von Al Di Meola. Mit zunehmendem Alter scheint die Passion des Meistergitarristen für billige Disco-Synthesizer, kitschige Melodien und gruselige Sounds zumindest ein Stück weit zurückgegangen, wenngleich sie noch gelegentlich ausbricht.
Immer noch allerdings klingt Di Meola so steril wie früher: Auch auf seinem neuen Album "Flesh On Flesh" findet man, trotz der Ankündigung, es würde sich um Latin handeln, kaum einen Zugang zur Musik; zu konstruiert wirken die Stücke, nahezu wie Collagen, zu kopflastig die Arrangements. Dazu ein durchweg eisiger Sound, besonders die Drumcomputer lassen es einem kalt den Rücken herunter laufen. Übrig bleibt oft nur die wahnsinnige Virtuosität aller Beteiligten, die dennoch häufig zum technischen Frost beiträgt.
Ab und an beginnt die Musik zu fließen, wenn mal ein Groove nicht direkt unterbrochen wird, und vor allem dann, wenn Di Meola die Akustikgitarre zückt; die meiste Zeit jedoch entscheidet sich der Virtuose für einen schrillen, verzerrten Elektrosound, der an die frühen 80er Jahre erinnert und Assoziationen zu Van Halen oder Europe aufkommen lässt, zu der die zumeist dezente Begleitung um Bassmann Anthony Jackson allerdings nicht so recht passen will.
Di Meola ist trotz unbestrittener Meisterschaft auf seinem Instrument auf dem Weg, ein wunderlicher Dinosaurier der Jazzfusion zu werden, wie man sie vor 20 Jahren schon nicht mochte. Warum schenkt keiner dem Mann ein Radio?
Arne David
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