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CD-Review Agnetha Fältskog My Colouring Book   CD-Review ::: Agnetha Fältskog - My Colouring Book

Review Agnetha Fältskog - My Colouring Book  
Review

Agnetha Fältskog
My Colouring Book
WEA
erschienen im April 2004
Pop
 
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Sound & Video

Agnetha, Benny, Björn und Anna-Frida – ABBA. Eine Gruppe, ein Name, der im Gehirn kleben bleibt, wie sich ihre Songs unauslöschbar – ob man es wollte oder nicht – in das musikalische Gedächtnis der in den Siebzigern heranwachsenden Jünglinge und Mädels eingebrannt haben. Benny und Björn komponierten und spielten Welthits im Supermarktformat ein, und Anni-Frida und Agnetha schauten wie die Sirenen in die Kameras und sangen wie die Engel dazu. Anna-Frida war dabei immer mehr die große Herbe und Agnetha die unschuldige Kleine mit verführerischem Augenaufschlag. Ein unschlagbares Team mit ebenso unschlagbar erfolgreichem Bubble-Gum-Pop, der bei der Rockfraktion als seichtes Liedgut verpönt war. Bei genauem Hinhören und besonders auf den Spätwerken der vier Schweden stellte sich aber der Eindruck ein, dass doch mehr dahintersteckte: vielschichtige Kompositionen, die Benny und Björn zum Anfang der Achtziger hin mit immer düstereren Themen rund um Trennung und sterbende Liebe verknüpften.
Die kam 1982. Danach schrieben Benny und Björn das Musical "Chess", Anna-Frida machte mit Phil Collins eine LP, Agnetha brachte ein paar sanfte Pop-Alben heraus. ABBA war Geschichte.
Agnetha zog sich Anfang der Neunziger aus dem internationalen Pop-Geschehen heraus und kümmerte sich um ihre Familie.
2004 ist sie völlig unerwartet mit dem Cover-Album "My Colouring Book" wieder da. Sie erinnerte sich an Songs, die sie selbst in frühen Jahren beeindruckt haben, und wollte sie unbedingt auf einem Album veröffentlichen. Das ist das ganze musikalische Konzept – was bestimmt nicht jeder Künstler bei seiner Plattenfirma durchsetzen kann: "Hey, die Songs fand ich mal gut. Lasst mich mal 'ne Platte daraus machen." Aber auch nicht jeder war mal Sängerin bei ABBA.

Auf "My Colouring Book" regiert die Ballade, traurig, sentimental, schön und ab und zu die Kitsch- und Schmalzgrenze um einiges übersteigend. Agnetha, mittlerweile über 54 Jahre, die man ihr – vielleicht auch aufgrund der einen oder anderen Faltenglättung – nicht ansieht, hat sich im Fundus der Fünfziger und Sechziger bedient und aus den ollen Kamellen von damals eigene Interpretationen gemacht. Wie sie z.B. "What Now My Love?", das neben vielen anderen Frank Sinatra in den Sechzigern sang und Gilbert Becaud komponierte, interpretiert, ist tatsächlich etwas ganz Eigenes. Nicht nur, dass der Song wie eine U2-Produktion klingt, Agnetha haucht dem Stück ihre Traurigkeit überzeugend und authentisch ein. Sie singt mit Inbrunst und Leidenschaft, immer noch mit strahlender Stimme, nur einen Hauch tiefer und wärmer als damals. Und diese Intensität gilt für jeden Song des Albums.
An einigen Stellen schmalzt es zu gewaltig ("Love Me With All Of Your Heart"). Dann wünscht man sich temporeicheres Trockenfutter. Und die Versionen von "Sealed With A Kiss" und "When You Walk In The Room" bringen nicht wirklich neue Aspekte oder eine besondere Gefühlstiefe mit sich.
Und auch das ist ein Manko: Wem sind vom jüngsten Publikum Nat King Cole (der hat mal "Fly Me To The Moon" gesungen) oder Gilbert Becaud ein Begriff, wer kennt die Original-Interpreten und Komponisten, deren Entdeckung in Zeiten gecasteter und geklonter Musik-Nullen mehr denn je lohnt? Hinweise im Booklet darauf, wer denn wann welches Lied gesungen hat, wären sicher eine nette Geste an die junge Zuhörerschaft gewesen. Immerhin hat Agnetha im Dankeswort am Schluss ihre Heldinnen und Helden aufgezählt.

Doch man wird mit diesen kleinen Schönheitsfehlern schnell durch Gänsehaut-Nummern wie z. B. "Past, Present And Future" von den Shangri-Las aus den Sechzigern versöhnt, auf der Agnetha nicht singt, sondern leise erzählt, wieder vom Verlassensein und Traurigkeit – zum Heulen schön, wie (fast) alle Aufnahmen. Bitte, liebe Agnetha, von dieser Art noch mindestens ein weiteres Album.
 
Thorsten Schatz
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