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  Story ::: Duran Duran
Review

Endlich stilvollendet

Januar 2001

Wenn einer Simon LeBon, also Simon, der Schöne heißt und dann noch in rosafarbenen Jeans mit Leopardenmuster die Bretter, die die Welt bedeuten, betritt, dann sind Spott und Medienschelte ständige Begleiter.

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Duran Duran und Simon LeBon, Sänger der Band aus Birmingham, aber haben all das überlebt. Mit "Poptrash" veröffentlicht die Band nun das zwölfte Album im zweiundzwanzigsten Jahr ihres Bestehens. Pop, die Kids von heute mögen angesichts solcher Acts wie Backstreet Boys oder Britney Spears ungläubig mit dem Kopf schütteln, war Anfang bis Mitte der achtziger Jahre ein intellektuelles Phänomen, etabliert in Studentenzirkeln und Kritikerkreisen: ABCs geniales "Lexicon Of Love" etwa löste philosophische Debatten aus, zu Heaven 17s "Fascist Groove Thang" eroberte der Geist von Marx und Engels den Dancefloor und Style Council waren per se über jeden Zweifel erhaben, handelte es sich doch hier um die Band von Paul Weller, geschmackssicherer Salon-Revoluzzer im Zeichen von Cappucino und Gitanes. Bar jeglicher Idee von Stil- oder Klassenbewußtsein inszenierten sich dagegen Duran Duran, oft gar die Grenze zur Lächerlichkeit überschreitend. Wenn auch Songs wie "Girls On Film" oder "Rio" durchaus erträgliche Melodien hergaben, so war man vom elitären Zirkel des Pop-Establishments ausgeschlossen und taugte allenfalls zur Lieblingsband von Lady Di. Duran Duran, "die waren unsere allerliebste Scheißband" befand daher in "Spex" auch der heute selbst längst in die Jahre gekommene deutsche Pop-Papst Diedrich Diederichsen. Zwar gelang später im Auftrag ihrer Majestät und mit Hilfe von Agent OO7 ("A View To Kill"; Titelsong des gleichnamigen Bond-Streifens) oder mit der Unterstützung des damals hipsten Produzenten, Nile "Chic" Rodgers, ("Skin Trade") mit akzeptablen Pop- und Funk-Tunes immer wieder der Einzug in die Charts. Mit Beginn der neunziger Jahre aber dauerten die beinahe zyklisch wiederkehrenden Krisen der Band immer länger. Und doch gibt es Duran Duran auch noch zu Beginn des dritten Jahrtausends. Denn während Heaven 17, Style Council und ABC heute längst Geschichte sind, haben Simon LeBon, Nick Rhodes und Warren Cuccurullo langen Atem bewiesen und durchgehalten, mal mit mehr ("The Wedding Album"), mal mit weniger überzeugendem Ergebnis ("Thank You"). "Poptrash" lautet nun offensichtlich selbstironisch der Titel des neuen Albums. Denn musikalischer Müll ist es durchaus nicht, was die Band hier abliefert, die sich einst nach Jane Fondas Widerpart im Kultstreifen "Barbarella", einem durchgeknallten Wissenschaftler, benannte. Es mag zwar zweifellos zu weit führen, ihre Kompositionskunst mit der der ’Fab Four’ zu vergleichen, wie das LeBon in einem Anflug von Größenwahn bisweilen getan hat. Doch die Mischung aus modernen Grooves und elegischen Tunes, gepaart mit Reminiszenzen an die glorreiche Zeit des Glam-Rock, wie sie Songs wie "Lava Lamb", "Playing With Uranium" oder "Mars Meets Venus" schon im Titel erahnen lassen, klingt, man mag es nicht anders sagen, reif und läßt Songwriting-Talent mehr als nur erahnen. Die Melodien dieser nicht mehr ganz jungen Dandies schmeicheln bisweilen gar wunderbar, die Grooves swingen elegant ("Starting To Remember") oder auch mal etwas rauher ("Hallucinating Elvis") im Midtempo-Bereich und über allem weht das psychedelische Flair von "Ziggy Stardust". Lange zweiundzwanzig Jahre benötigten Duran Duran, um endlich so etwas wie Stil und Klasse zu entwickeln. Für eine Band, denen viele einst nicht einmal die warhol'schen fünfzehn Minuten zugestanden haben, ist das eine ganz und gar bemerkenswerte Leistung.

Andreas Kötter


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