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Story ::: OneTwo |
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27.04.2007, Krefeld - Kulturfabrik
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April 2007
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Krefeld. Es ist einer dieser Abende, an denen man glücklich heimfährt, Rhythmen auf's Lenkrad trommelt und Melodien summt. Wenn man denn feine Popmusik mit eleganten Arrangements und samtigen Soundteppichen mag. Doch so etwas gibt's heute selten, in den aktuellen Charts schon gar nicht. Wer am Freitagabend aber den Weg in die Kulturfabrik gefunden hat, der wird dort reich belohnt: Da stehen OneTwo auf der Bühne, leider vor nur etwa 200 Musikfreunden. OneTwo, das sind Claudia Brücken, die frühere Stimme der Düsseldorfer Synthetik-Avantgardisten Propaganda, und der Brite Paul Humphreys, Gründungsmitglied der Elektropopper OMD aus Liverpool. Und dort beweist das Duo - an diesem Abend verstärkt von Philip Larsen, sonst Kopf von Manhattan Clique, am Sequenzer und James Watson (Synthesizer, Bass) - warum sie mit ihren früheren Bands Musikgeschichte geschrieben haben.
Heute aber sind Brücken und Humphreys als OneTwo unterwegs, als Band wollen sie sich etablieren. "Für den Herbst planen wir eine richtige Tour", verrät Paul Humphreys gut gelaunt einer Schar von Enthusiasten kurz vor Mitternacht. "Möglich, dass wir dann nach Krefeld zurückkehren." Das Gastspiel an der Dießemer Straße ist der Auftakt von diesmal nur vier Konzerten in Deutschland überhaupt. Und was für einer. Mit "The Theory Of Everything" beginnen zwei Stunden bester Unterhaltung bei perfektem Sound: OneTwo spielen ihr Debütwerk "Instead" nahezu komplett, darunter die famose Single "Cloud Nine", das krachende "Have A Cigar" oder auch "Home (Tonight)", dargeboten diesmal in einem rasanten Remix.
Doch auch der Vergangenheit gewähren Brücken und Humphreys etliche Reminiszenzen: Da reiht sich der Propaganda-Klassiker "Dr. Mabuse" an OMDs "Messages", folgt Propagandas "P-Machinery" auf das zuckersüße "Forever (Live And Die)" aus der Soundschmiede von Paul Humphreys. Solchen Stücken haben OneTwo neue Arrangements gegeben, berauschend und unglaublich frisch füllen sie die kleine Halle und sorgen für Begeisterungsstürme. Als Claudia Brücken dann auch noch ihr eigenes Lieblingsstück aus früheren Tagen, das betörende "Duel", anstimmt, ist der Siedepunkt erreicht. Einfach fantastisch, dieser Gesang - sowohl Brücken als auch Humphreys überzeugen am Mikrofon.
Apropos Gesang: Bevor OneTwo endlich im Rampenlicht stehen, dürfen Technoir auf die Bühne. Das Trio aus Neuss, Düsseldorf und Hamburg steht für all das, was die deutsche Synthetik-Szene zurzeit größtenteils ausmacht: Fade Beats klopfen zu schnöden Melodien über dem immergleichen Rhythmus-Schema, begleitet von variationslosem Gesang. Bleibt zu hoffen, dass sich Technoir bei OneTwo ein wenig abgucken. Denn angeschaut hat sich die Band das Konzert - ebenso wie einige Musikprominenz: Im Publikum finden sich auch andere Mitglieder von Propaganda, Musiker von Die Krupps und auch das DJ-Duo Blank & Jones soll gesichtet worden sein - ein toller Konzertabend, der nicht nur am Lenkrad noch lange nachwirkt.
Jens Höhner
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