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  Story ::: Pro-Pain
Review

14.09.2004, Köln - Underground

November 2004

Dass ich Pro-Pain mal im Underground sehen würde, hätten sich wahrscheinlich weder die Band noch ich träumen lassen. Für alle Nicht-Kölner: das Underground ist ein angenehm kleiner Laden für rund 200 Nasen. Nur unweit entfernt liegt die Live Music Hall, die für deutlich über 1.000 Besucher ausgelegt ist und in der sich Pro-Pain in der Vergangenheit verdingten...

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Dieses mal also wieder in einem kleinen Club mit intimer Atmosphäre. Doch bis die New Yorker auf die Bühne steigen, sollte es noch dauern. Zu meiner Überraschung nämlich erzählt mir ein Security-Mann im Biergarten des Clubs, dass heute nicht weniger als fünf Bands spielen werden. Die erste, die Newcomer von Mindstab, sind bei meiner Ankunft allerdings so gut wie fertig. Auch von Redrum Inc. und den Berliner Postmortem bekomme ich nicht viel mit, weil ich mich mit Jan vom Carnal Forge-Label Century Media [klick] am Tresen verquatsche. Aber wie es sich für einen guten Plattenfirmen-Vertreter gehört, zerrt er mich zum Gig "seiner" Band zügig in Richtung Bühne.

Zu meiner Verwunderung stelle ich fest, dass Carnal Forge mit einem neuen Shouter am Start sind. Nach sieben Jahren Dienst am Mikrofon und fünf Alben hat Sänger Jonas Kjellgren die Band verlassen, um sich als Gitarrist der Doom-Truppe World Below anzuschließen. Macht aber nix, Nachfolger Jens C. Mortensen (zuvor bei Slapdash und Revolver) kann optisch mit einer amtlichen Arschlang-Matte in Dreadlock-Form punkten. Zudem verfügt er nahezu über das gleiche Kreisch-Organ wie Jonas.

Schade eigentlich, denn gerade beim Gesang liegt für mich definitiv ein Schwachpunkt der Band. Insofern hätte der Sängerwechsel eine gute Chance geboten, hier nachzubessern. So aber bleibt Carnal Forge ein fester Nerv-Faktor erhalten. Dabei ist der Band spielerisch nix vorzuwerfen. Die weitgehend ultra-ultra-schnellen Thrash-Songs werden in Kölle technisch sauber und ansprechend herunter geprügelt. Bedenkt man, dass die kleine Bühne ohnehin nur einen begrenzten Bewegungsradius zulässt und die beiden eher kräftig gebauten Kuusisto-Bruder davon einen guten Teil beanspruchen, ist der neue Fonter zudem ziemlich agil zugange.

Musikalisch stehen die letzten beiden Alben der Schweden im Mittelpunkt. Auch hier bestätigt sich live mein Album-Eindruck, dass die Band weiß, wie man harte, schnelle Songs schreibt, darüber aber leider allzu oft eine gewisse Eingängigkeit vergisst. Beste Beispiele dafür sind etwa "My Suicide" oder "Decades Of Despair" vom aktuellen "Aren't You Dead..."-Album.

Die anderen Anwesenden scheinen das weitgehend ähnlich zu sehen. Bis auf eine handvoll Die-Hard-Fans übt sich das Publikum in distanzierter Zurückhaltung. Für ihre engagierte ICE-Vorstellung ernten die Schweden an diesem Abend nur Höflichkeitsapplaus. Aber: Carnal Forge zeigen in Köln, dass in ihnen nicht nur jede Menge Energie steckt, sondern auch einiges musikalische Potenzial. Dieses sollte die Band künftig allerdings besser kanalisieren.

Die Professionalität von Pro-Pain ist beeindruckend: Den Jungs um Sänger Gary Meskil merkt man nicht an, ob sie vor 15, 150 oder 1.500 Leute spielen - sie geben alles. Da lassen sich auch die Fans in Köln nicht lange bitten und gehen relativ schnell ziemlich gut mit. Die vier Amis haben mittlerweile aber auch ein Best-Of-Programm im Rücken, mit dem sie kaum etwas falsch machen können. Die Songsauswahl ist recht homogen auf alle bisherigen Platten verteilt. Zu hören gibt es unter anderem "Stand Tall", "Life's Hard", "Don't Kill Youself To Live", "Shreds of Dignity", "Crush", "State Of Mind", "Make War Not Love", "American Dreams", Fistful Of Hate" und natürlich "Pound For Pound" vom nach wie vor unerreichten Debüt-Album. Zwischendurch werden zur Auflockerung die zwei Coverstücke "Terpentin" (Onkelz, na ja...) und "Never Again" (Discharge, geht ab wie Schmitz' Katze) eingestreut.

Auch Pro-Pain nutzen die kleine Bühne den Umständen entsprechend aus und Gitarrist Eric Klänger lässt sich trotz eher niedriger Deckenverhältnisse nicht von seinen berühmt-berüchtigten Luftsprüngen abhalten. Sehr cool! Überhaupt wirkt die Band ziemlich locker und scheint den Auftritt zu genießen.

Gleichermaßen verschwitzt wie zufrieden verlassen Band und Fans die Bühne, bzw. den Club, und der ein oder andere trinkt auf den gelungenen Abend sicher noch ein lecker Kölsch.

Joachim Brysch


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