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  Interview ::: Cass McCombs
Review

Nur keine Angst

Juni 2005

Die Musik Cass Mc Combs ist nicht leicht zu ergründen. Der Bruch ist irgendwie allgegenwärtig. Das zeigt sich auch schon im Titel seines zweiten Albums, der da "Prefection" lautet. Dieses fällt im Vergleich zum eher (musikalisch) klassisch-folkigen Debüt "A" Gitarren- und Effekt-lastiger aus. Der Sound ist raumgreifender und erinnert an britischen Underground. Cass McCombs Lyrics sind stark und poetisch, immer wieder werden Abgründe und Ambivalenzen gezeichnet. Diese Dichte wird von einem scharfen Blick und bissiger Leichtigkeit erhellt. Großartig.
Und obwohl Cass nicht besonders gerne über seine Person lamentiert, hat er uns glücklicherweise ein paar Fragen beantwortet.


Cass McCombs - Nur keine Angst Weitere Inhalte zu Cass McCombs

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Prefection (CD)
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?: Wie hast du die Aufnahmen zu deinem neuen Album "Prefection" erlebt? Vor allem im Hinblick auf die Produktionsweise deines Debüts "A", von dessen Aufnahmen ich mir vorstellen könnte, dass sie vielleicht ein weinig "einsamer" waren, da sie mehr in einer klassischen Singer/Songwriter-Tardition standen, mit weniger Effekten etc. ...?
!: Eigentlich ist es eher genau umgekehrt. Auf "A" gab es wesentlich mehr Instrumente und Musiker. Im Stück "Aids In Africa" etwa gibt es zwei Gitarren, Bass, Klavier, Schlagzeug, zwei Orgeln, Glocken eines Pferdeschlittens, Marracas, eine Hand, die auf die Rückseite einer Akustik-Gitarre schlägt, versehen mit einem Slap-Back Delay, Gesang und wahrscheinlich noch mehr, das ich gerade vergesse. Das Meiste auf "Prefection" wurde mit einem Live-Band Set-Up eingespielt, durchweg mit denselben vier Musikern: Gitarre / Bass / Keyboard / Schlagzeug / Gesang. Und obwohl es elektrisch ist, war das Anliegen der ganzen Sache, alles minimaler und einheitlicher zu gestalten, so dass der Fokus mehr auf den Songs und Lyrics liegen würde als in der Art des Recordings.
?: Woher beziehst du die Inspiration für deine Lyrics? Auch von anderen Künsten, der Literatur, Religion oder Philospie - mich erinnert dein Stil manchmal ein wenig an den Autor Houellebeque?
!: Ehrlich gesagt, die Lyrics werden vom Leben inspiriert. Den inspirierendesten Aspekten von Leben. Gelegentlich bewegt und berührt mich auch ein Buch oder Musik, aber wirklich niemals so sehr wie einfach eine Unterhaltung mit Freunden oder Familie.
?: Eine Frage zu dieser Gebrochenheit in deinen Texten: würdest du dich selbst, auch in dem, was du mit deiner Musik und deinen Texten ausdrücken, transportieren möchtest, als Pessimist oder als Realist bezeichnen? In deiner Sicht auf menschliche Beziehungen, Liebe...?
!: Eine Sache, die ich in Bezug auf das Schreiben herausgefunden habe, ist, niemals vor etwas zurückzuweichen, so düster es auch sein mag. Tatsächlich scheinen es die verzweifeltsten Verlangen und Wünsche zu sein, die mich am meisten interessieren. Ich versuche nur ehrlich zu sein. Und keine Angst davor zu haben, was Leute von mir denken könnten.
?: Journalisten und Kritiker finden zu äußerst poetischen Worten, wenn Sie deine Arbeit beschreiben: bittersüß, mystisch, romantisch finster... Stimmen diese Bezeichnungen mit deiner eigenen Sicht überein oder würdest du eher sagen, dass da Klischées und Projektionen bemüht werden?
!: Ich bewerte die Worte von Musikkritikern - und so hoffe ich auch, dass es Leser tun - als die Meinung von Individuen, nicht besser oder schlechter als die von irgendjemand anderem. Natürlicherweise gibt es dann ein paar Dinge, denen ich widersprechen würde, genauso wie Dinge, über die ich vielleicht sagte, sie seien wahr. Ich habe genauso meine persönlichen Ansichten und Voreingenommenheiten. So sehe ich Kritik relativ und nehme es nicht als absolute Wahrheit.
?: Wolltest du immer Musiker oder Künstler sein? Gibt es auch andere Jobs, die du dir vorstellen könntest?
!: Als kleiner Junge wollte ich Baseballspieler werden.
?: Gibt es schon neue Pläne, neue Ideen, in welche Richtung du musikalisch gehen möchtest? Und vor allem: kommst du auf Tour?
!: Man glaubt es kaum, ich habe versucht zu touren, aber es war wie verhext. Ich hoffe, es klappt nun im September. In der Zwischenzeit schreibe ich und versuche, neue tolle Musiker aufzutun, um mit ihnen zu spielen und mich für das nächste Album zu inspirieren.
?: Eine letzte Frage aus großem persönlichen Interesse: Es gibt einen Song auf deinem ersten Album, den ich besonders liebe: "I Went To The Hospital". Könntest du mir ein bisschen über die Story, den Background dieses Songs erzählen?
!: Ich versuche mich zu erinnern... "Hospital" entstand, als ich wegen eines schneidenden Schmerzes in meiner Brust für mehrere Tage nicht aufstehen konnte. Ein Freund half mir, mich von Chinatown aus in ein Krankenhaus an der 16th Street zu tragen, wo man aber nach mehreren Tests nichts feststellen konnte. Die Lyrics beschreiben meine Gedanken während dieser ganzen Erfahrung.

Vanessa Romotzky


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