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  Interview ::: Mariza
Review

Global denken - lokal Singen

Mai 2005

Die portugiesische Fado-Sängerin Mariza

Eine kleine Story über eine der außergewöhnlichsten Sängerinnen unserer Zeit. Und diese Story erzählt die Sängerin zum Teil selbst:

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"Mein Vater hat immer Fado gehört oder portugiesisches Radio und meine Mutter, weil sie Afrikanerin ist, afrikanische oder brasilianische Musik. In bin aufgewachsen in Mouderia, das ist das Viertel in Lissabon, wo der Fado entstanden ist. Man ist umgeben von dieser Musik, wenn man dort lebt. Fado ist eigentlich eine Art, zu 'sein'. Die Leute singen auf der Straße. Wenn sie ihre Fenster putzen, singen sie. Es ist, wie in einer großen Familie zu leben."

In Mozambique ist sie geboren, dem Land ihrer Mutter, und kam dann ins Land ihres Vaters, Portugal. Mit fünf Jahren hat sie angefangen, Fado zu singen. Weil sie noch keine Noten lesen konnte, gab ihr ihr Vater kleine Zeichnungen, die sie benutzte wie Partituren. Seitdem hat sie nie aufgehört zu singen. Heute ist sie 32 Jahre alt: Die Fado-Sängerin Mariza. Eine Ausnahmeerscheinung in jeder Hinsicht. Die Haare kurzgeschoren, wasserstoffblond gefärbt und gegen den Strich gebürstet. Dazu trägt sie auf der Bühne traditionelle Fadokostüme, aufwändig bestickte Röcke. Eine markante >=Verkleidung„: Denn das eigentlich Besondere an Mariza ist ihre Stimme.

"Ich forsche selbst viel über den Fado, möchte alles wissen. Es gibt da einige Mysterien in seiner Geschichte. Und das ist schön so. Ich habe auch viel über den Tango und den Blues gelesen. Die haben mit dem Fado viel gemeinsam. Man sagt, die Wurzeln dieser Musiken könnten in der afrikanischen Sklaverei liegen. Der Tango, der Fado und der Blues - sie sind in Handelszentren, in Hafenstädten entstanden."

Fado als der portugiesische Blues. In jedem Klischee steckt ein Fünkchen Wahrheit. Melancholie, Sehnsucht, ein Schwelgen im Gefühl, das ist Fado. Seine eigentliche Geschichte, als musikalischer Stil, dauert gerade einmal 120 Jahre. Mariza hat es geschafft, die legendäre Amalia Rodrigues als langjährige "Königin des Fado" abzulösen. Ein Titel, der in Portugal viel wert ist. Nun ist Mariza mit portugiesischer Volksmusik auf dem Weg zum Weltstar: Seit sie vor zwei Jahren von der BBC zum besten europäischen Worldmusic-Act gekürt wurde, begeistert sie auf jeder Tournee und mit jeder neuen CD mehr. Weltmusik ist en vogue, man liebt das authentische Lokalkolorit, man sucht das Lokale im Globalen. Diesen Bedingungen der Musikkultur des 21. Jahrhunderts wird Mariza mehr als gerecht: Nach kräftezehrenden Tourneen kommt sie immer wieder zum Auftanken nach Lissabon zurück.

"Ich kann mir nicht vorstellen, in einer anderen Stadt zu leben. Wenn ich viel reise, liebe ich es, nach Lissabon zurückzukommen, das besondere Licht zu sehen, den Fluss zu sehen. Lissabon ist wie eine Frau, eine glückliche Frau. Der Fluss ist wie ein Rock für die Stadt. Lissabon ist auf sieben Hügeln gebaut. Das könnte ihr Körper sein, ihre Haare, die Sonne ihre Augen. Nach Lissabon zurückkehren, ist für mich, wie zu meiner Mutter zurückzukommen."

Zurück zu den Wurzeln. Vor allem auch musikalisch. Sie hat sich bereits in diversen anderen Stilen ausprobiert: Jazz, Gospel, hat in anderen Sprachen gesungen, ihre Stimme diversen Remix-Projekten mit elektronischer Pop-Musik geliehen, doch am besten klingt Mariza, wenn sie auf ihre ganz eigene Weise portugiesische Volksmusik singt.

"Wir leben in Zeiten der Globalisierung. Die Leute interessieren sich für andere Kulturen, andere Sprachen. Wenn ich mir verschiedene Musikrichtungen anhöre, denke ich mir, dass ist deren Kultur, und wir wollen sie verstehen, aber man sollte nicht seine eigene Kultur vergessen. Wenn ich Spanisch, Italienisch oder Englisch singe, dann muss ich wirklich zu viel nachdenken dabei. Weil es nicht wirklich meine Musik ist. Fado ist meine Musik!"

Peter Backof


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