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  Interview ::: Nim Vind
Review

Mehr als Horror!

April 2005

Kein "Go!" in den Songs, keine Horrorfilm-Lyrics, kein Grusel-Oufit. Der Kanadier Nim Vind geht seinen eigenen Weg. Zwar fühlt er sich auch irgendwie der Horrorpunk-Szene zugehörig, er verweigert sich aber etwaigen Limitierungen. Das fängt beim Namen an, der so ungewöhnlich klingt, wie seine Musik.

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!: Ja, der Name ist merkwürdig. Und das ganz bewusst. Ich wollte einen Namen der klingt wie ein Charakter aus einer alten Legende oder aus einem Buch, etwas, das ungewöhnlich klingt, wenn man es ausspricht. Und ganz nebenbei ist es die Abkürzung für das "National Institute of Mental Health".
?: Du warst der Lead-Sänger für die im Underground recht populären Mr. Underhill. Auf "Fashion Of Fear" sind auch diverse Re-Recordings von Songs deiner ehemaligen Band. Ist Nim Vind die Fortsetzung von Mr. Underhill oder doch ein Solo-Projekt?
!: Es ist das Ende von Mr. Underhill, mein Solo-Projekt, und eine klare Verbessung im Vergleich zur alten Band. Da die Fans aber einige der von Konzerten bekannten Songs auf einem Album hören wollten, hab ich sie aufgenommen. Ich sehe das Ganze etwa so wie damals, als Samhain zu Danzig wurden.
?: Dein Stil ist kaum treffend zu beschreiben, von Horror-Punk über Death-Rock bis hin zu Rockabilly und sogar Glam-Rock ist alles dabei. Wie entsteht eine solch wilde Mischung?
!: Die meisten Song-Ideen entstehen aufgrund von Gefühlen, z.B. durch Filme oder Bücher. Ich lasse mich relativ wenig von anderer Musik beeinflussen, auch wenn ich einige Bands sehr mag, wie The Damned, The Misfits, The Doors, Fear, Bauhaus, alte Guns N' Roses, Elvis, alte Megadeth, Danzig... Auch Film-Komponisten wie Danny Elfman (Batman) und Ennio Morricone ("The Good, The Bad, And The Ugly") oder Komponisten wie Mahler haben es mir angetan.
?: Denkst du, du könntest Hörer überfordern? Immerhin sind Stücke wie "Interview With The Icon" oder "Astronomicon" sicherlich nicht mit normalem Punk-Rock zu vergleichen!?
!: Ja, genau das will ich erreichen. Ich denke, die Genre-Grenzen weichen ohnehin immer mehr auf. Marilyn Manson könnte heute problemlos einen Song mit Eminem singen. Mich langweilt es, in einem festgelegten Stil spielen zu müssen. Zu meinen Gigs kommen grundverschiedene Leute. Wie z.B. auch bei Motörhead. Es gibt Einkaufszentrum-Tussis, die Motörhead mögen und Death-Metal-Freaks, die auf die Band stehen. So soll es bei Nim Vind auch sein. Ich mag einfach zu viele Genres, als das ich mich für eins entscheiden wollen würde. Death Rock, Punk, Metal, New Wave, Goth...alles super, solange eine Flasche Whiskey dazu passt.
?: Das selbe scheint für dein Outfit zu gelten. Vom Lederjacken-Punk mit Spikes auf dem Kopf über den HIM-Tunten-Look mit Feder-Boa hast du dich jetzt zum Marky-Ramone-Look-Alike entwickelt...
!: Ich liebe es, neue Dinge auszuprobieren. Ich mag Veränderung und Weiterentwicklung. Und ich lasse mich nicht von einer Marketing-Maschinerie in ein Outfit zwängen. Schau dir Elvis an, wie oft hat der sich verändert? Oder David Bowie. Manchmal wusste man nicht, ob der noch ein Kerl ist. Auch Danzig hat heute keine Devilock mehr.
?: Wenn man beispielsweise deine Website [klick] anschaut, wird deutlich, dass gerade weibliche Fans das an dir schätzen. Da gibt es bestimmt noch ein paar interessante Anekdoten....
!: Ach, das geht von anonymen Nachrichten auf meinem Handy bis zu einer jungen Dame, die mir während eines Live-Konzertes ihre oralen Kenntnisse verdeutlichen wollte. Ich hab's als Kompliment aufgefasst. Und ich mag es einfach, positives Feedback zu bekommen. Eine wilde Party haben wir einmal gefeiert, als ich ein Fred-Feuerstein-Kostüm trug und wir zu einem Song der Band Forbidden Dimension rumgetanzt haben. Ich war der einzige mit Kleidung...
?: Ganz ernst geht es also nicht immer zu. Der Titel deines Albums klingt dagegen schon recht düster. Obwohl "Fashion Of Fear" auch als Statement gegen den Düster-Trend zu sehen sein könnte. Gegen Emily-Strange-Kopien und Bands wie Good Charlotte, die plötzlich auf schwarzen Nagellack und Devilocks stehen. Ist Angst in Mode gekommen?
!: Absolut. Angst ist Big Business. Die Menschen werden verwirrt und verängstigt gehalten, so arbeiten die Regierung und die großen Unternehmen, um oben zu bleiben. Die besten Käufer sind die, die ein Produkt kaufen, um Sicherheit und Schutz zu erwerben. Angst ist überall, sie ist in den Gesichtern der Leute, die Pillen schlucken, um nicht wahnsinnig zu werden. Sie fürchten sich ohne ihre Medizin. Sie zeigt sich in den Gesichtern, die sich ihre Gewehr-Kollektion an der Wand anschauen und daran denken, wann die Invasion kommen wird. Und die Angst ist auch in den Kids, die ihre Eltern ärgern wollen, die sie fürchten, oder denen, die einfach dazu gehören wollen. Sie sind ängstlich, weil sie nicht wissen, wie sie eine eigene Persönlichkeit entwickeln können. Die Menschen haben heute mehr Angst denn je zuvor. Und Emily Strange nachzumachen oder wie Good Charlotte rumzulaufen zeigt nur, dass die Kids Angst vor der Realität haben und dem ein betont toughes und cooles Outfit entgegen setzen wollen. Der alte Punk-Look hat was bedeutet, man hat sich absichtlich abgesondert, wollte nicht dazu gehören. Heute bedeutet der Punk-Look für viele nur, Geld für die coolen Klamotten zu haben. Die Gesellschaft muss wieder lernen, was es heißt kreativ zu sein und eigene Wege zu gehen.

Joachim Brysch


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