copyright discover koeln, 2002 werbung
discover - musik & mehr
  CD-Reviews Interviews Stories News Touren Bücher und Comics Sound & Video Bandlinks, Labellinks, Surftipps Die aktuellen MP3- und Videocharts  
Finden
 

Mr. Undercover
Werbung ist wie Teflon

Lieblingstouren

anzeige
anzeige
 
  Interview ::: Within Temptation
Review

Relaxed an die Spitze

März 2005

Die letzten anderthalb Jahre hätten für Within Temptation kaum besser laufen können: Zahlreiche Charterfolge, jede Menge Live-Auftritte und Dauerrotation im Musik-Fernsehen weisen den Weg an die Spitze. Für die Holländer kein Grund anzuheben. Viel lieber lehnt sich die Band um Gitarrist und Komponist Robert Westerholt gelassen in die Erfolgskurve. Immerhin haben Within Temptation die aktuelle Platte "The Silent Force" im Rücken...

Within Temptation - Relaxed an die Spitze Weitere Inhalte zu Within Temptation

The Heart Of Everything (CD)
What Have You Done (Single) (CD)
Memories (MCD) (CD)
Mother Earth Tour (DVD)
Letzte News ::: 22.02.2007
Bandpage
 
?: Robert, "The Silent Force" ist seit kurzem auf dem Markt. Welche Erwartungen knüpft ihr an das Album?
!: Oh, gar keine! Für uns als Band ist es so: Wir nehmen das Album auf, lassen ein Cover-Artwork anfertigen und das war's. Wir haben keinerlei Erwartungen, denn das ist sinnlos.
?: Interessanterweise ist auf "The Silent Force" ein russischer Chor zu hören. Wie kam es zur Zusammenarbeit?
!: Wir haben verschiedene Orchester und Chöre, unter anderem in Holland und Deutschland, gecheckt - aber die russischen Musiker waren einfach die Besten. Es stellte sich schnell heraus, dass sie die Richtigen für unsere teilweise recht epische Musik sind.
?: Stimmt es, dass ihr während des Aufnahme-Prozesses viel via E-Mail kommuniziert habt?
!: Ja, wir haben eine ganze Menge über das Internet ausgetauscht, teilweise ganze Arrangements. Das war recht gut zu handhaben und hat allen Beteiligten eine Menge Zeit und Portokosten gespart.
?: So gesehen haben wir es mit einem wirklich "modernen" Album zu tun.
!: Ja das kann man wohl sagen (lacht).
?: In Deutschland gibt gleich drei unterschiedlich ausgestattete Versionen von "The Silent Force" zu kaufen. Wie denkst du darüber?
!: Ich halte das für eine gute Idee. Bei DVDs, die Extra-Content enthalten, funktioniert das ja auch. Als Käufer kannst du dir aussuchen, welche Version du magst. Mehrwert anzubieten ist immer eine gute Sache. Außerdem finde ich es positiv, dass sich die Musik-Industrie traut, solche neuen Angebotsformen auszuprobieren. Ich denke, das macht die Sache für die Fans spannender.
?: Glaubst du, dass eine solche Verkaufspolitik die für die Industrie bestehende Download-Problematik lösen kann?
!: Nein, das sicher nicht. Aber die Musikindustrie hat die Online-Entwicklung in den letzten Jahren schlicht verschlafen. Daher ist es ok, wenn sie jetzt endlich neue Mittel und Wege austestet und versucht, interessante Dinge auf den Markt zu bringen. Machen wir uns nichts vor: In der Musikindustrie geht es nun einmal darum, zu verkaufen.
?: Haben Within Temptation Angst, sich mit der nächsten oder übernächsten Platte zu wiederholen?
!: Nein, denn so funktionieren wir als Band einfach nicht. Jeder von uns verspürt den Drang, stets etwas Neues zu kreieren. Sich musikalisch im Kreis zu drehen oder sich selbst zu kopieren, würde uns ganz sicher depressiv machen. Musikalisch musst du dich immer weiterentwickeln, sonst verlierst du sehr bald an Frische und Reiz.
?: Entstehen eure Songs nach einem bestimmten Schema?
!: Nein, das kann man so nicht sagen. Speziell beim neuen Album haben wir versucht, so viele Wege wie nur möglich auszuloten, um die Songs zu entwickeln - das hat auch ziemlich gut geklappt. Neue Wege beim Komponieren auszuprobieren inspiriert dich ebenso wie eine neue Umgebung. Wir haben das wirklich ziemlich exzessiv betrieben und Songideen mit einem MP3-Rekorder und sogar am Telefon festgehalten.
?: Wie bitte?
!: Kein Witz: Wir haben Songideen auf Anrufbeantworter gesungen. Zugegeben: Meistens findest man die Sachen hinterher scheiße, wenn sie sich noch einmal anhört - aber manchmal steckt darin der Kern für einen neues Stück. Zudem komponieren wir mal mit Akustik-Gitarre, also nach dem Lagerfeuer-Prinzip, dann wieder mit Keyboards. Oder Sharon hat eine Melodie im Kopf und wir versuchen dazu verschieden Instrumentierungen.
?: Demnach mischen beim Songwriting alle Bandmitglieder mit?
!: Ja, absolut. Auch das ist sehr inspirierend.
?: Wie kommt ihr tourtechnisch klar?
!: Wir haben einige Gigs im Vorprogramm von Paradise Lost gespielt, dann sind wir in kleineren Clubs aufgetreten, dann in etwas größeren und nun in noch größeren. Wir können uns nicht beschweren, es geht stetig aufwärts. Das ist natürlich ganz angenehm, denn das gibt uns zusehend mehr Möglichkeiten auf der Bühne. Das ist bislang ein Problem: Wir haben viele Ideen für eine große Bühnenshow im Kopf. Aber du musst erstmal in der Lage sein, solche Dinge auch zu realisieren zu.
?: Stehst du lieber auf der Bühne oder im Studio?
!: Live-Gigs machen immer Spaß - das ist wie Ausgehen am Wochenende, nur dass du zusammen mit den Fans deine eigene Musik genießen kannst. Studio bedeutet Arbeit, zugleich wird hier jedoch der Grundstein für alles weitere gelegt. Im Studio geht es mit der Musik los - und ohne Musik keine Live-Shows.
?: Also erst die Arbeit, sprich Studio, dann das Live-Vergnügen?
!: Nein, so ist es auch wieder nicht. Das würde ja bedeuten, dass wir im Studio keinen Spaß haben - und das stimmt nun mal nicht. Die größte Sache ist es, ein Ziel zu erreichen. Das muss man sich erarbeiten, das gehört dazu. Umso schöner ist es dann, wenn man sein Ziel erreicht. Erst wenn man weiß, was man investiert hat, kann man die Dinge wirklich wertschätzen.
?: Hast du dich auf der Bühne schon mal blamiert?
!: Oh, schon verdammt oft. Mir passiert fast jede Show irgendetwas Peinliches (lacht). Einmal bin ich der Länge nach auf die Nase gefallen, als ich versucht habe mein Effektgerät zu bedienen. Ein Wunder, dass meine Gitarre nicht in 1000 Stücke zerbrochen ist. Das Ganze ist auch noch auf Video festgehalten worden, so dass ich mir diese Blamage nach der Show noch einmal anschauen durfte, ha ha...
?: Was glaubst du, welches Image Within Temptation haben?
!: Puh, sehr schwierige Frage! Ich denke, wir sind, wer wir sind. Es gibt bei uns nichts Aufgesetztes. Ok, Sharon hat diesen hübschen Kleiderfimmel, aber ansonsten versuchen wir alles unserer Musik anzupassen.
?: Ihr seid speziell in den letzten anderthalb Jahren recht erfolgreich gewesen. Siehst du das genauso?
!: Nun, für uns war es wie Klettern. Die ganze Sache hat sich Schritt für Schritt entwickelt: Erst wurden wir im Underground bekannter, irgendwann in ganz Holland. Dann kam Belgien dazu, irgendwann Deutschland, die Schweiz und danach Skandinavien. In den letzten acht, neun Jahren kam immer ein bisschen mehr dazu. Das ist kontinuierlich gewachsen.
?: Was ändert Erfolg? Wird man irgendwann kopflastiger?
!: Nein, ganz im Gegenteil, es ist recht entspannend. Wir haben jetzt drei Alben veröffentlicht und uns damit eine solide Basis geschaffen - und zudem eine Menge gelernt. Jetzt können wir richtig genießen, was wir tun. Und mal eine Woche in Urlaub fahren ist - im Gegensatz zu früher - auch drin. Kein Wunder, dass wir jetzt relaxter sind, ha ha.
?: Verspürt die Band überhaupt keinen Druck?
!: Nein. Was den künstlicheren Anspruch angeht, wollen wir uns stets verbessern, das ist klar. Das wird immer so sein und falls nicht, ist es sicher besser aufzuhören. Aber das hat nichts mit Druck im Sinne von Erfolg zu tun. Erfolg bezieht sich vor allem auf kommerzielle Aspekte. Diesbezüglich verspüren wir keinen Druck, denn das betrifft eine Menge Dinge, die wir unserer Meinung nach sowieso nicht beeinflussen können. Wir können unsere Musik bestimmen. Das ist uns wichtig.
?: Gibt es so etwas wie ein Band-Motto?
!: Blicke niemals zurück, nur nach vorn!
?: Nervt es manchmal mit euren Genre-Kollegen Nightwish verglichen zu werden?
!: Nein, bis zu einem gewissen Grad ist das ja logisch. Die bekanntesten Bands einer Szene werden miteinander verglichen, so läuft es nun mal. Ich denke, dass dieser Vergleich vor allem von Mainstream-Medien gezogen wird. Leute, die mit der Szene vertraut sind, kennen die Unterschiede zwischen den Bands sehr wohl. Aber was soll's: Das war auch zu Grunge-Zeiten schon so: Nirvana, Pearl Jam oder Soundgarden wurden in einen Topf geworfen, obwohl sie ziemlich unterschiedlich klingen. Am Ende zählt doch nur, dass gute Musik herauskommt.
?: Woran liegt es eigentlich, dass so viel harte Bands aus dem relativ kleinen Holland kommen?
!: Na, wir sind immerhin auch 17 Millionen Menschen. Aber wenn ich unsere Musikszene mit der schwedischen vergleiche, ist die Zahl der Bands, die aus Holland kommen, eher gering, ha ha. Die Holländer mögen harte Sounds. Hinzu kommt, dass ein gewisser Erfolg einheimischer Bands Inspiration ausüben kann. Auch hier taugt Schweden als gutes Beispiel, wenn man bedenkt, was ABBA dort seinerzeit ausgelöst haben. Womit ich uns natürlich nicht mit ABBA vergleichen möchte!
?: Kommen wir mal auf das niederländisch-deutsche Verhältnis zu sprechen. Das ist ja nicht immer das Beste...
!: Tja das stimmt wohl (lacht). Aber weißt du was? Wenn du quer durch Europa reist, merkst du erst einmal, dass es überall Nachbarschaftsrivalitäten gibt. Nimm Norwegen und Schweden, oder Dänemark und Norwegen, Finnland und Schweden oder Belgien und die Niederlande. Ich glaube, das ist ganz natürlich. Wichtig ist, dass es wir diese Dinge nicht zu ernst nehmen. Ein bisschen necken ist schon ok (lacht wieder).
?: Wie alt seid ihr im Durchschnitt?
!: Alle so um die 30. Ein Alter, in dem es sich gut genießen lässt, ha ha.
?: Welche Pläne gibt es für die Zukunft?
!: Das Jahr 2005 steht ganz im Zeichen von "The Silent Force". Damit sind wir gut ausgelastet, wenngleich wir uns ein paar Freiräume nur für's Songwriting offen gehalten haben. Es geht in diesem Jahr noch nach Japan. Zudem spielen wir jede Menge Festivals, fast in jedem europäischen Land eines.
?: Goldene Worte zum Abschluss?
!: Wir spielen bei Rock am Ring und Rock im Park. Vielleicht sieht man sich ja?
?: Apropos: Ich habe auch vor zwei Jahren bei Rock am Ring gesehen. Nachmittags gegen 16 Uhr auf der kleinsten Bühne...
!: Oh, ja, ich erinnere mich sehr gut an diesen Auftritt. Es war super Wetter und der Auftritt hat wirklich Spaß gemacht. Ein Jahr vorher haben wir bei Rock im Park gespielt. Wir sind kurzfristig für eine andere Band eingesprungen. Die Bühne war noch kleiner. Bei unserem Auftritt war kein Mensch da, weil uns niemand kannte, ha ha... Tja, das dürfte Within Temptation wohl nicht noch einmal passieren...

Joachim Brysch


  Within Temptation bei ebay

 

CD-Reviews

DVD-Reviews

News

Tourtips

zurück | nach oben

Anzeige: Tank leer? Dann jetzt Shell Gutschein gewinnen!

 

Homepage    CDs    Interviews    Stories    News    Touren    Gedrucktes    Sound & Video    Links    Charts   
Impressum    Mediadaten    Sitemap   

Copyright © discover, Bergisch Gladbach 2007