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  Interview ::: Client
Review

It's the music, stupid!

Dezember 2004

Spätestens seit Elektronik-Guru Karl Bartos sie mit den Worten "Client spielen geistreichen Elektropop, der aus einem kreativen Geist entsteht. Und sie haben Stil!" adelte, dürften auch all jene, die das Duo zu Anfang allenfalls belächelten, die beiden Damen Client A und Client B ernst genommen haben. Letzte Zweifel an den Fähigkeiten des ersten (und bisher einzigen) Signings des im letzten Jahr von Depeche Modes Andrew Fletcher gegründeten Label Toast Hawaii [klick] dürfte das im September 2004 erschienene zweite Album "City" aus dem Weg geräumt haben, das mit der Single "In It For The Money" sogar auf einen veritablen Hit vorweisen kann. Kate Holmes stand discover Rede und Antwort.

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?: Während ein Debütalbum eigentlich nur dazu dient, die eigenen Fähigkeiten auszuloten und den persönlichen Sound zu finden, weist das Zweitwerk schon recht eindeutig drauf hin, was wirklich hinter einer Band steckt und in welche Richtung sie sich dauerhaft entwickeln wird. Inwieweit trifft dieser Allgemeinplatz auf die Entwicklung von Client zu?
!: Unser Debüt "Client" diente tatsächlich zu einem Großteil dazu, unseren eigenen Sound zu finden. Es war ein Experiment, das uns geholfen hat, herauszufinden, was wir wirklich machen wollen. Aus diesem Grund ist es sicherlich sehr linear und etwas spärlich ausgefallen, was sich mit "City" deutlich geändert hat. Zudem hat sich unser Songwriting, zumindest meiner Meinung nach, sehr verbessert.
?: Hat sich dabei auch in der Arbeitsweise etwas verändert?
!: Im Großen und Ganzen eigentlich nicht. Der bedeutendste Unterschied liegt eigentlich darin, dass wir Joe Wilson gebeten haben, als Co-Produzent mitzuwirken.
?: Den meisten ein Begriff im Zusammenhang mit den Sneaker Pimps. Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?
!: Einfach sehr gut. Er hat schon einige Male mit uns zusammen live gespielt, so dass wir uns schon vorher gekannt haben und gleich wussten, mit wem wir es zu tun haben, was den Prozess natürlich sehr erleichtert hat. Letztendlich war es Andrew Fletcher, der uns vorgeschlagen hat, ihn mit ins Studio zu nehmen. Da wir sowieso jemanden gesucht haben, fiel die Entscheidung, ihn zu engagieren, relativ leicht und wir haben sie keinen Moment bereut.
?: Andrew war es in gewisser Art und Weise auch, der Client überhaupt ins Leben gerufen hat.
!: Ich war mit meiner damaligen Band Technique zusammen mit Depeche Mode auf Tour, als wir plötzlich ohne Sängerin dastanden. Kurzfristig übernahm Sarah den Posten, unser erstes gemeinsames Konzert spielten wir vor 30.000 Depeche-Mode-Fans in Warschau. Vor dem Auftritt nahm uns Andrew beiseite und sagte "Ihr müsst auf jeden Fall davon ausgehen, dass ihr mit Sachen beworfen werdet. Von einer Münze getroffen zu werden ist wirklich schmerzhaft, bewegt euch nicht, wenn ihr eine Flasche Urin auf euch zufliegen seht aber duckt euch unbedingt, wenn jemand eine Tüte mit Exkrementen auf euch wirft." So schlecht haben wir unsere Sache dann aber wohl nicht gemacht, so dass wir den ganzen Rest der Tour mit dabei waren und schließlich entschieden haben, als Client auch in Zukunft zusammen weiter zu machen.
?: Neben Martin L. Gore wirkt Pete Doherty von den Libertines als Gastsänger auf einem der Songs mit. Wie hat sich diese Konstellation ergeben?
!: Ich wollte für eines der Stücke unbedingt eine männliche Stimme engagieren. Pete kennen wir eigentlich schon eine ganze Weile, es hat immer eine lockere Verbindung zwischen uns und ihm bestanden. Ich mag seinen Gesang sehr und wusste, dass sie perfekt zu unserer Musik passen würde.
?: Mit dem Erscheinen eures Debüts wurdet ihr schnell in die Schublade Electro-Clash gesteckt. Fühlt ihr euch glücklich mit dieser Kategorisierung?
!: Nein, absolut nicht. Wir sehen uns ganz und gar nicht als Teil dieser Bewegung. Meiner Meinung nach geht es beim Electro-Clash viel zu sehr um Styling und Außenwirkung. Die Qualität der einzelnen Tracks ist dagegen eher sekundär. Bei uns ist es wohl eher umgekehrt. Wir sehen uns zu einem bedeutenden Teil beeinflusst von Bands wie New Order, Roxy Music oder David Bowie in der Phase von "Heroes" oder auch "Low". Das schafft einen gewissen Anspruch.
?: Die ersten von euch verwendeten Fotos haben euch nur in der Rückenansicht oder in Teilausschnitten gezeigt, Frontalfotos gab es überhaupt nicht zu sehen. Haltet ihr euch selbst für so unwichtig?
!: Natürlich ist das ganz bewusst geschehen. Wir wollten nicht gleich von Anfang an ein festes Bild von uns vermitteln, das sofort zu einer Beurteilung unserer Arbeit nach unserem Äußeren geführt hätte. Wir wollten, dass sich unsere Hörer aufgrund unserer Musik und unserer Texte ein eigenes Bild von uns, von Client machen. Darum geht es ja nun schließlich auch. Das hat für den Beginn auch sehr gut funktioniert, mittlerweile gibt es aber eine ganze Menge Aufnahmen von uns, die Sarah und mich vollständig zeigen.
?: Mit Kraftwerks Karl Bartos habt ihr einen prominenten Fan gewonnen, der euch sogar zu einigen Shows mit eingeladen hat.
!: Wir lieben Karl. Er hat unseren Auftritt in Hamburg besucht und uns dann gefragt, ob wir mit ihm spielen wollten. Fantastisch, ein Traum! Er hat mir erzählt, dass er jetzt an einer Universität in Berlin Vorlesungen über Sound und Musik hält, eine wundervolle Aufgabe.
?: Zu Beginn eurer Karriere habt ihr eher den Eindruck vermittelt, ein reines Studioprojekt zu sein, inzwischen aber scheint ihr euch auch auf der Bühne sehr wohl zu fühlen.
!: Es war eigentlich nie geplant, dass wir auf Tour gehen, Festivals spielen und derart präsent sind. Wir hätten nie gedacht, dass wir eine Liveband sein könnten. Zwar arbeiten wir seit Jahren als DJs und veranstalten nach wie vor eine Clubnacht namens "Being Boiled" in London, das sollte es aber eigentlich auch gewesen sein. Heute kann ich mir kaum noch vorstellen, nicht auf Tour zu gehen. Ich liebe es, unterwegs zu sein, und daher ist unsere Zukunftsplanung eigentlich auch eine ganz einfache: nächste Platte, nächste Tour!

Arnulf Woock


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