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  Interview ::: Slipknot
Review

Sex mit Maske

Mai 2004

Die Maskenmänner von Slipknot schlagen wieder zu. Ende Mai erscheint der Nachfolger des letzten Hartbolzens "Iowa". Die Scheibe enthält 13 Tracks und trägt den wenig knackigen Titel "Vol. 3: (The Subliminal Verses)".
Erste Hörproben lassen darauf schließen, dass Slipknot deutlich melodischer zu Werke gehen. Bestes Beispiel dafür ist die erste Single "Duality". Allerdings sind auch wieder reichlich Lärm-Attacken an Bord, von "Verweichlichung" kann jedenfalls keine Rede sein.
Insgesamt variieren die Amis wesentlich häufiger das Tempo und sorgen so für mehr Wiedererkennungsmomente. Produzent Rick Rubin hat der Band einen amtlichen Sound gezimmert, lässt aber auch so manches Slayer-De ja-Vu bei den Gitarren-Soli aufkommen. Bassist Paul Gray (der mit der Schweinemaske...) ist mit Rubins Arbeit zufrieden. In Köln wirkt der 31-Jährige allerdings nicht nur von der guten rheinischen Luft euphorisiert... Wie auch immer: Um offene Worte ist Paul nicht verlegen.

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?: Paul, wie seid ihr an die neue Platte herangegangen?
!: Corey und ich haben eine Basis von etwa zehn Songs geschrieben. Aufbauend auf diesem Grundgerüst hat die gesamte Band seit letztem August an neuen Stücken gefeilt. Wir hingen zusammen ab und haben tagelang nichts anderes gemacht, als zu schreiben. So sind wir auf knapp 30 Stücke gekommen."
?: Welche Einflüsse gab es beim Songwriting?
!: Na ja, es gab 'ne Menge persönliche Dinge seit "Iowa", die uns abgefuckt haben. Nicht zwischen den Bandmitgliedern wohlgemerkt, sondern Business-Kram. Das hat uns als Band stärker zusammengeschweißt, eine starke familiäre Atmosphäre geschaffen – das war für mich der größte Einfluss. Wir haben uns quasi gemeinsam den Ärger von der Seele geschrieben.
?: Und musikalisch? Die Songs vom neuem Album klingen deutlich melodischer als die "Iowa"-Stücke...
!: ...ja klar. Was sollte nach "Iowa" härtemäßig auch noch kommen? Ok, wir hätten ein Grindcore-Album machen können, der ein oder andere von uns hat ja schon in einer Grindcoreband gespielt. Aber "Iowa Part 2" war kein Thema. Wir haben einfach das gemacht, was wir wollten. Ein paar Songs hätten auch auf "Iowa" stehen können, andere sind eben melodischer ausgefallen.
?: Wieso kam es zum Produzentenwechsel, weg von Ross Robinson, hin zu Rick Rubin?
!: Wir wollten halt mal was Neues ausprobieren. Das ist doch ganz normal.
Mit Ross sind wir nach wie vor bestens befreundet. Ich liebe den Typen! Und Rick Rubin ist halt ein Großer. Der Mann hat verdammt viel gute Platten produziert. Und hey: Er ist für Slayers "Reign In Blood" verantwortlich!

?: Könnte es sein, dass ihr von Robinson weg wolltet, weil er als DER Nu-Metal-Producer schlechthin gilt?
!: Ach, was heißt schon Nu-Metal? Ich spiele seit 16 Jahren in Metal-Bands. 1990 habe ich in einer Death-Metal-Band gezockt, dazu in Metallica-, Slayer- und Testament-Cover-Kapellen. Ich sehe mich kein Stück als Nu-Metal-Musiker. Die erste Korn-Platte war auf ihre Art etwas Neues, aber letztlich eine Heavy-Platte. Keiner nannte das Nu-Metal. Danach kamen ungefähr eine Millionen Bands, die die Platte kopierten und auf einmal war von Nu-Metal die Rede. I love Heavy Metal: Iron Maiden, Judas Priest, Slayer und Slipknot,- that’s Metal. Und überhaupt: welche Band soll denn Nu Metal sein?
?: Linkin Park zum Beispiel?
!: Das soll Nu Metal sein? Das sind die Backstreet Boys!
?: Ok, aber es geht doch auch um's Image. Ihr tretet in Masken auf. Böse Zungen nennen Slipknot daher Nu-Metal-Clowns...
!: Die Idee war einfach, anonym auftreten. Keiner sollte wissen, wer in dieser Band spielt. Reicht das für ein Image? Ich denke, unsere Musik steht für sich. Warum sollten wir so viele Platten verkaufen, wenn wir nur von unserem Image leben würden. Dann wären doch wohl nur Band-Poster der Bringer.
?: Nerven die Masken eigentlich gar nicht, gerade auf der Bühne?
!: Oh doch, die Dinger sind verdammt unbequem. Ich hasse sie zu tragen und irgendwie liebe ich es auch. Auf der Bühne wird es natürlich übel heiß unter der Maske, das macht nicht immer Spaß. Aber man gewöhnt sich bis zu einem gewissen Grad daran.
?: Müsst ihr auch, schließlich sollen neue Masken in der Mache sein?
!: Ja das stimmt. Es wird künftig zwei Sets geben, eine Variation der alten Masken und ein komplett neues Design. Darüber will ich aber noch nichts verraten, ihr werdet sie ja sehen. Nur so viel: Sie werden für Gesprächsstoff sorgen...
?: Lernt man als Maskenmann denn auch Groupies kennen?
!: Es gibt so viele freaky chicks da draußen, ha ha. Und du triffst sie alle. Allleeee! Weiß du was? Du brauchst natürlich keine Maske, um eine Lady abzubekommen, aber es gibt einige Chicks die geradezu darauf brennen, es mit Maske besorgt zu kriegen. Dafür sind aber andere Bandmitglieder als ich zuständig.
?: Wie würdest du Slipknot jemanden erklären, der noch nie von euch gehört hat?
!: Puh. Wahrscheinlich würde ich sagen, dass wir 'ne Band sind, die sich mächtig den Allerwertesten aufgerissen hat um da zu sein, wo sie ist. Wir haben wirklich hart gearbeitet, ich denke mal härter als andere Bands. Wir waren nicht einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wie auch? Wir kommen aus Iowa, the middle of nowhere.
?: Es kommen ja immer mal wieder Splitgerüchte auf weil ihr diverse Nebenprojekte (u.a. Murderdolls und Stone Sour) laufen habt...
!: Hey heutzutage hat doch jeder Side-Projects! Nicht alles was wir gerne auspropieren möchten passt zu Slipknot. Der Murderdoll-Kram zum Beispiel würde im Slipknot-Rahmen einfach nicht funktionieren. Also gehen wir hin und leben diese Ideen in anderen Bands aus. Das ist völlig ok. Ich spiele auch noch in einer Punkrock- und in einer Noise-Band. Aber die Hauptsache ist und bleibt Slipknot.
?: Welche Musik hörst du dir privat so an?
!: Hmmm, lass mich mal überlegen, welche CDs so bei mir im Auto liegen. Also: Ich liebe Lynyrd Skynyrd! Momentan höre ich gerne Slayers "South Of Heaven". Davor hatte ich ewig die "Reign In Blood" im Schacht. Dazu kommen Mercyful Fate aber auch Portishead. Übrigens bin ich als Punk-Rocker groß geworden. Ich lebte in Venice - da kommen Suicidal Tendencies her. Die waren damals das große Ding. Aber ich finde auch Black Flag und Circle Jerks klasse. Ich steh auf Punk und Metal. Leider denken viele, es gäbe nur entweder oder.
?: Welchen Job würdest du wohl machen, wenn du nicht Musiker wärst?
!: Keine Ahnung. Ich kann dir aber erzählen, was ich vorher gemacht habe. Ich hab mich als Barkeeper und Türsteher durchgeschlagen. Wahrscheinlich hätte ich ohne Slipknot immer noch keine Kohle und müsste immer noch von meiner Ex – einer Stripperin – leben. Aber die Schlampe hat sich mittlerweile verpisst, haha...
?: Im Sommer geht es mit Metallica auf große Stadion-Tour...
!: Eine feine Sache. Die letzte Metallica-Scheibe gefällt mir gut. Jedenfalls besser, als die zwei, drei Platten davor.
?: Und was hälst du vom Drumsound der Platte?
!: Der Drumsound (lacht sich erst mal scheckig)? Tja, was denke ich darüber?
Sagen wir mal so: Es ist ein Drumsound den ich niemals benutzt hätte. Aber er ist zumindest ... einzigartig, ziemlich einzigartig, ha ha...


Joachim Brysch


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