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  Interview ::: Sean Paul
Review

Light Vibe

April 2003

Sean Paul hat mit seinen 27 Jahren geschafft, wovon die meisten nur träumen können. Sein "Gimme The Light" vom "Dutty Rock"-Album (VP/Atlantic/eastwest) ist schon jetzt, sozusagen zu "Lebzeiten", vom finanziellen Erfolg in den Charts rund um den Globus mal abgesehen, ein Klassiker, der recht konkret erkennen lässt, dass er noch in 20 Jahren rauf und runter genudelt werden wird. Kein Club in New York oder Miami, der nicht vom Vibe von "Gimme The Light" profitiert. Das ist überwiegend dem 1975 als Sohn einer bekannten Malerin in Jamaika geborenen Sean Paul Henriques selbst zu verdanken, der mit "Gimme The Light" einen neuen, individuellen Weg geht und auf Traditionen gerne mal pfeift. Das alles lässt sich sehr schön in einem einzigen Wort ausdrücken: Stil. Seinen ganz eigenen Stil hat Sean Paul nämlich längst gefunden. Da wird nicht nur discover hellhörig...

Sean Paul - Light Vibe Weitere Inhalte zu Sean Paul

Duttyology (DVD)
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?: Ist man als Jamaikaner nicht schon fast dazu verdammt, sein Geld durch oder mit Musik zu verdienen?
!: Ich hatte eigentlich nie vor, Musik zu machen. Als ich noch jünger war, kaufte meine Mutter mir dann jedoch ein Keyboard und das war es dann. Dann gab es natürlich all die jamaikanischen Acts, die mich beeinflussten. Supercat und Shabba Ranks höre ich, seit ich neun Jahre alt bin und dadurch werde ich noch heute beeinflusst.
?: Mit "Gimme The Light" hast du eine Art neuen Weg eingeschlagen und einen neuen - deinen eigenen - Stil kreiert. Dieses Attribut zieht sich auch durch dein gesamtes Album.
!: "Gimme The Light" wurde in relativ kurzer Zeit in Jamaika aufgenommen. Ich hatte den Chorus bereits fertig, als ich im Studio ankam, aber noch keine Verse. Überhaupt keine. Was ziemlich schön zeigt, wie meine Arbeitsweise ist. Ich möchte auch so singen, wie niemand anderes singt. Das ist das Ding, an dem ich in meinen Songs arbeite. Song für Song kommt mein Stil so natürlich zusammen. Während meiner gesamten Karriere hier in Jamaika war meine Musik immer individuell...
?: ...was sich auch in deinen Texten widerspiegelt, obwohl es gleichzeitig um sehr bodenständige Dinge geht.
!: Ich wollte nicht irgendwelchen Themen hinter herjagen. Mein erstes Album hatte eigentlich bereits den Mr. Vegas-Style. Meine ersten Songs... So eine Art Paul McCartney-Michael Jackson-Song. Und wenn immer ich einen Song schreibe, versuche ich, das zu erreichen. Ein Szenario, in dem wir uns um eine Frau streiten. Ich versuche Songs zu machen, die diesen Vibe haben, den ich schon als Kind in Jamaika mitbekommen habe. Die Songs sprechen darüber, was die Leute auf der Straße verstehen.
?: Ist das schwer zu schaffen?
!: Nein. Die Produktion der Songs und des Albums sind ein natürlicher Day-Day-Day-Prozess.
?: Neben den üblichen Verdächtigen hast du auch eine Reihe Jungstars mit keiner oder nur relativ wenig Erfahrung mit ins Boot geholt. Troyton zum Beispiel.
!: Leute wie Sly & Robbie oder Steely & Cleevie sind schon seit so langer Zeit im Business und dabei so groß. Deshalb sind sie natürlich immer erste Wahl. Mit Leuten wie Troyton ist das etwas anders. Es ist die neue Generation von Reggae-Kids. Troytons Sound ist Original, was nur selten der Fall ist. Denn Neueinsteiger in das Business wissen oft noch nicht, was sie wollen, wie ihre Stimme klingen muss.
?: Du hast zurzeit einen weltweiten gigantischen Erfolg. Wie fühlst du dich dabei?
!: Es ist verrückt. Ich war auch schon mal in Deutschland, in Berlin, in Köln. Aber es ist schon seltsam. Mit dem steigenden Erfolg und dem höheren Bekanntheitsgrad lernst du auch, wer wirklich wie ist; wer deine wirklichen Freunde sind. Es ist ein hektisches Business.
?: Deine Musik ist...
!: ...hauptsächlich mein ganz eigener Vibe mit Lyrics, die jeder verstehen kann und die sich mit Musik, die ich liebe, verschmelzen, mit HipHop und Dancehall. Ich liebe HipHop und Dancehall und das ist es, was ich mache.

Michael Arens


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