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  Interview ::: Killer Barbies
Review

Sündige Gespräche

Januar 2003

Sind die Killer Barbies nun so beliebt, weil Silvia Superstar eine solch umwerfende Erscheinung ist? Oder spricht doch der mitreißende Punk-Rock der Spanier eine deutlichere Sprache? Fakt ist: Die Band überzeugt auf ganzer Linie, egal ob durch Image oder ihre Songs. Da sie das auch wieder mit der aktuellen Scheibe "Sin Is In" (Release 17.02.03) und dem Charterfolg der Single "Candy" bewiesen haben, musste ein Interview her. Nach einem beeindruckendem Konzert im Kölner Underground und einer durchzechten Nacht traf man sich dann zum Talk im Mediapark-Hotel.

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Klar, dass die erste Frage auf die relativ lange Durststrecke zwischen dem deutschen Debüt-Album und dem Nachfolger abzielte. Sollten die Killer Barbies etwa Ferien gemacht haben? "Ja", erklärt Sängerin Siliva, "wir haben viele Shows, z.B. in den USA, gespielt, wo wir die Misfits supportet haben und massig neue Songs geschrieben. Aber wir haben auch Ferien gemacht. Nachdem wir sogar in einem Film mitgespielt haben, hat sich die Band das auch verdient. Aber ansonsten waren wir die meiste Zeit ziemlich beschäftigt." Wie auch jetzt: Die Killer Barbies absolvieren zum Zeitpunkt des Interviews gerade eine Ochsentour durch die Talk-Shows und Teenie-Sender der Republik und treten sogar bei Stefan Raab auf. Wieso nimmt eine spanische Band diese Strapazen in einem fremden Land auf sich? Silvia erklärt: "Wir haben viel mehr Erfolg in Deutschland. Die Deutschen kaufen auch einfach mehr Platten. Das Land ist größer und die Szene sowieso. Hier gibt es wenigstens einen richtigen Punk-Rock-Underground."
Gerade jener Punk-Rock-Underground wird möglicherweise mit der neuen Richtung, welche auf "Sin Is In" angeschlagen wird, nicht ganz so glücklich sein. Schließlich geht das Quartett doch etwas ruhiger als auf "Bad Taste" zur Sache. "Das stimmt", gibt Silvia zu, "Billy spielt langsamere Beats, nicht immer den Punk-Rock-Style. Das erklärt sich durch die relaxte Atmosphäre im Studio. Wir hatten so viel Zeit, dass wir richtig an den Songs arbeiten konnten, nicht nur einen Tag, wie beim allerersten Album. Trotzdem: Wir sind und bleiben eine Punk-Rock Band. Wir haben den Spirit und die Einstellung. Wir mögen aber auch die Power von Rock'n'Roll und ja, vielleicht ist die neue CD etwas rockiger. Aber niemals wird sich unser Stil komplett ändern."
Dabei hat sich neben des Sounds auch die Lyrik der Killer Barbies teilweise in eine andere Richtung entwickelt. Mehr Beziehungs-Themen, mehr Gefühle, weniger Horror und B-Movies. Hier meldet sich Schlagzeuger Billy und Lover von Silvia Superstar schnell zu Wort: "Natürlich lieben wir noch immer Horrorfilme und Comics. Aber ich möchte mich eben auch zu anderen Dingen äußern. Ansonsten wird es schnell langweilig." Silvia ergänzt: "Wir mussten die Texte sowieso im Studio schreiben, weil sie einfach noch nicht fertig waren. Und als wir merkten, dass die Songs etwas ruhiger waren, wollten wir das auch in den Lyrics reflektieren." Ruhiger scheint auch trauriger zu sein, denn obwohl ein Song "Have Some Fun" genannt wurde, enthält er doch die Zeile, die jeden Punk-Rocker ein Tränchen verdrücken lässt: "Now Joey is dead". Silvia ist bei ihrer Antwort anzumerken, dass sie dem Sänger der Ramones nachtrauert: "Bei den Ramones ging es immer darum, sich die Freude am Leben zu bewaren, egal was auch passiert. Wir möchten Joey so in Erinnerung behalten, als positiver Mensch. Gleichzeitig ist das natürlich auch eine Message an alle Fans." Eine Message, die verstanden wird. Im Gegensatz zu jener der vielen spanischen Stücke des Albums. Auch eine Veränderung zum Vorgänger. "Wir sind eine spanische Band, daher ist das ok", verteidigt Silvia die Entscheidung, "außerdem wollten wir einfach den Leuten zeigen, wie wir uns wirklich anhören. Es hat Spaß gemacht, also warum nicht? Außerdem ist es viel anstrengender auf englisch zu singen. Unser Produzent musste mich andauern verbessern."
Verbessern konnten die Killer Barbies auch ihren Bekanntheitsgrad in Deutschland, nicht zuletzt durch die Single "Candy", die zeitweilig sogar in den Top 40 rangierte. Wie Iggy Pop wohl auf das Cover seines Songs reagiert hat? "Oh, er kennt die Version", überrascht mich Silvia, "wir haben das Stück ja auch in spanisch aufgenommen und brauchten auf Grund der geänderten Texte sein Einverständnis. Da wir es bekommen haben, gefällt ihm der Song wohl." Doch wie bekommt man einen Oberarzt wie Bela B. dazu, plötzlich spanisch zu singen (zu hören auf der "Candy"-MCD). Silvia lacht noch Monate später über diese Erfahrung: "Wir haben den gleichen Produzenten und der nimmt in Spanien auf und kann die Sprache. Er hat Bela den Text beigebracht. Zugegeben: Bela konnte schon ein bisschen spanisch, da er ein Ferienhaus in Süd-Spanien besitzt. Aber klar hört sich die Aussprache noch immer sehr lustig an. Wie Spanier, die versuchen deutsch zu sprechen. Aber was zählt, ist seine Stimme und die ist sehr eindrucksvoll. Übrigens kennen wir Bela schon seit mehreren Jahren. Er kam zu einem Konzert von uns und kündigte uns dem Publikum an. Danach haben wir natürlich gefeiert." Auf "Sin Is In" wimmelt es also von Punk-Rock Ikonen. Eine weitere, die von den Killer Barbies verehrt wird, sind die Misfits. Entsprechend stylen sich die Spanier teilweise mit Make-Up, oft aber mit Misfits-Shirts. "Ja", lacht Silvia, "die Misfits haben ein tolles Logo. Nein, mal im Ernst. Wir möchten zeigen, dass die Misfits einen riesigen Einfluss auf uns haben, das Image, die Texte, der Sound." Eine tolle Sache für die Killer Barbies, dass sogar ein Halloween-Konzert in New York als Support für die Kult-Punks realisiert wurde: "Der Manager der Misfits kannte uns von einem Konzert in den USA", erklärt Silvia die glückliche Fügung, "und er hat uns einfach angerufen. Auch, weil unser Album möglicherweise in den USA auf Misfits-Records, dem Label der Band, erscheinen soll. Die Show mit den Misfits war auch phänomenal. Wir kamen sehr gut an und haben sogar den Klassiker 'Skulls' zusammen mit der Band gespielt." Auch Silvias Aussehen dürfte, wie eingangs erwähnt, eine Rolle bei der Publikums-Akzeptanz gespielt haben. Das sieht auch Silvia selbst so: "Na klar hilft das. Punkt." Und Billy ergänzt: "Es ist ja auch nicht falsch, wenn die Frontperson Ausstrahlung hat. Das war bei den Doors oder Iggy Pop genauso. Aber im Endeffekt zählen die Songs, egal wie die Sängerin aussieht." Doch die hübsche Erscheinung kann auch Probleme machen: "Sogenannte 'echte' Punks akzeptieren uns nicht", weiß Silvia zu berichten, "aber das werden wir nicht ändern können, wir sind so, wie wir sind und sie denken ohnehin, was sie wollen." Jeder Mensch mit gutem Verstand sollte im Falle der Killer Barbies also nach der Musik beurteilen. Und sich dann natürlich freuen, dass Ms. Superstar das heißeste Babe im Punk-Rock ist. So heiß, dass man an Sünde denkt. Und die ist laut den Killer Barbies ja "in".

Thorsten Wilms


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