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DVD-Review Deep Purple - Concerto For Group And Orchestra |
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Es ist tatsächlich ein "Dokument der Rockgeschichte": Am 24. September 1969 traf das Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Malcolm Arnold in der Londoner Royal Albert Hall auf die Rockband Deep Purple. Das Ziel war eine gemeinschaftliche Aufführung, die den simplen Titel "Concerto For Group And Orchestra" trug. Jon Lord, der Keyborder der Band (der leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zum offiziellen Line-Up der Band gehört), hatte es verfasst und zu Papier gebracht. Der klassisch ausgebildete Organist wollte hiermit seinen eigenen Beitrag zu den bis dato eher langweiligen Versuchen diverser Kollegen bezüglich Rock meets Klassik beitragen. Als Ergebnis kam dann auch tatsächlich eine Aufführung zustande, der es gelang, über weite Strecken diese zwei eher gegensätzlich erscheinenden Elemente zu einer hörbaren Einheit zu verschmelzen.
Allerdings neigen noch heute viele Mitmenschen dazu, das Ereignis mit vollkommen überzogenem Pathos zu verklären - dabei wurde auch hier nur mit Wasser gekocht. Denn trotz der Ernsthaftigkeit, mit der alle Musiker bei der Sache waren, machte sich hier und da auch Langeweile breit . Das "klassische" Konzertpublikum gab sich zum Teil äußerst irritiert und die Hippie-Fraktion wirkte auf Grund ihrer eigenartigen und lächerlichen Gestik erschreckend aufgesetzt und peinlich.
Das alles gab es schon einmal auf Video zu beobachten und ist jetzt auch als DVD zu haben, genauer gesagt als DVD Video, aber ebenso auch auf DVD-Audio, Doppel-CD und SACD. Und hier wird es dann, bezüglich der Veröffentlichungspolitik, traurig: Die SACD und die DVD Audio präsentieren im Surround-Sound das komplette Konzert, inklusive der bislang noch nie auf Tonträger erschienen 6. Symphonie von Sir Malcolm Arnold und dem LSO, welche seinerzeit ebenfalls aufgeführt wurde.
Der Doppel-CD sind neben dem originalen "Concerto For Group And Orchestra", erstmalig auf CD, die von der Band gespielten Stücke "Hush", "Wring That Neck" und "Child In Time" beigefügt. Unverständlicherweise ist auf dem DVD Video dagegen nur der 55-minütige Programmhöhepunkt, die drei Concerto-Sätze (in DTS/Dolby Digital 5.1 Surround Sound) zu sehen. Das Zusatzmaterial besteht lediglich aus Audio-Kommentaren von Jon Lord und einer Fotogalerie. Da wäre natürlich wesentlich mehr möglich gewesen, aber die Verkaufspolitik der Konzerne, gerade vor der Weihnachtszeit, ist ein völlig anderes Thema.
Norbert Striemann |
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