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  DVD-Review Seal - Live At The Point
Review

DVD-Review ::: Seal - Live At The Point  
Review

Seal
Live At The Point
Warner Vision
Pop / Dance

4:3, DTS + DD 5.1 + L-PCM Stereo, ca. 115 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung
Sprache: Englisch
 
> DVD-Preisvergleich
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Letzte News ::: 05.03.2004


Der Beginn der Neunzigerjahre. Seal. Wow! Ein Typ, der alle Charakteristika eines neuen Pop-Superstars hatte: eine kraftvolle, rauchige, erotische Stimme, das Talent, einfühlsame wie knackige Songstrukturen zu erfinden. Und Seal hatte mit Trevor Horn einen Produzenten, der sich nach seinen Erfolgen u. a. mit Frankie goes to Hollywood die modernen House-Sounds dieser Zeit intravenös verinnerlicht hatte. Mit wuchtigen und spannungsreichen, aber melodiösen Dance-Stücken schoss Seal die Charts hinauf und schuf zwei Klassiker: "Killer" und "Crazy". Und neben solchen Kraftstrotzern zeigte der Mann mit seinen Balladen, dass er ein ausgezeichneter Songwriter ist.
Und wie war es live? Aus dem Jahr 1991 stammt der Mitschnitt eines Konzertes in Dublin, "Seal Live At The Point", der jetzt auf DVD herausgekommen ist. Seal absolvierte gerade eine 30-tägige Tour durch Europa und brachte sein Debüt "Seal" auf die Bühne.
Dort ist der Newcomer von Anfang an seiner Sache sehr sicher. Schon bei der leisen, intimen Eröffnung mit "Deep Water" sind seine Bewegungen entschlossen, zupackend die Stimme, fest der Blick. Seal macht klar: Ich habe eine Botschaft. Und die lautet: Diese Welt könnte durch die Liebe eine bessere sein: "Future Love Paradise." Ob das beim Publikum ankommt, ist unklar. Und wenn man sich die Reaktionen im Zuschauerraum ansieht, ist das auch nebensächlich. Denn für den weiblichen Teil des Publikums ist Seal ein groovendes und singendes Sexsymbol mit gut proportioniertem Körper, knackigem Leder-Outfit und damals noch wilder Rasta-Mähne. Und er ist für sie und den Rest der Zuschauer ein gerade sehr populärer Musiker, der die Zappelkeller allerorten füllt.

Seine Performance zeigt aber schon in eine andere Richtung, die sich später mit seinem zweiten Album, ebenfalls mit "Seal" betitelt, offenbarte: Seal als sanfter Poet, als leisen Barden, der sich nur zufällig durch Produzenten-Willkür in Euro-Dance-Beats badet. Damit die Songs in diesem Konzert nun nicht nur zu einem Abklatsch des ersten von Elektronik nur so wimmelndem Albums geraten, rockt die Band eher, als dass die Synthesizer die Oberhand gewinnen können. Deutlich wird das bei "Killer", wo ein normaler, hart gespielter Bass den Song treibt und nicht ein die Trommelfelle sauber fegender gedopter Sequenzer wie in der Studio-Version. Seal spielt nahezu das ganze Album. Und er wagt sich an Jimi Hendrix’ "Hey Joe", das er hart rockend souverän präsentiert. Die Band spielt ihm die Bälle zu und sonst eher im Hintergrund. Das Team liefert insgesamt eine Show, die sich auf die Songs konzentriert und keinen überflüssigen Technik-Bombast los lässt. Der Lohn: Die Fans jubeln. Seal schwitzt, lächelt glücklich über den Zuspruch, raucht erst mal eine und singt drei Zugaben: "Crazy", "Wild" und "Hide".
Für Fans lohnt sich die DVD allemal, um ihren Helden anderthalb Stunden live zu erleben, und das auch noch mit der Lockenpracht, die Seals Bedürfnis nach der musikalischen und seelischen Reduktion auf das Wesentliche zwei Jahre später zum Opfer fiel.
Als spezielle Zugabe der DVD gibt es obendrauf noch live im Studio eingespielte Akustik-Versionen, u. a. von "Crazy" und "Violet". Und man hört Seal an, dass er sich am Lagerfeuer, nur mit der Gitarre als Unterstützung, sehr wohl fühlen könnte. Als Bonbon kann man sich dann auch noch die Videos sämtlicher Hits des ersten Seal-Albums ins Hirn fließen lassen, Pop-Video-Kunst auf der Höhe der damaligen Zeit.
Für alle, die Seal durch seine jüngsten Erfolge mit "Seal IV" kennen gelernt haben, ist die klanglich einwandfreie DVD eine lohnende Zeitreise in die Pop-Sounds der frühen Neunzigerjahre. Und sie zeigt, wie viel kompetente und vielschichtige Musikalität in scheinbar nur für den Tanzflur gedachten Songs stecken kann. Seal war und ist ein hörenswertes Beispiel dafür.
 
Thorsten Schatz
 

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